Arendsee l Gebäude nahe des Seeufers, die ein Bewohnen möglich machen, gibt es in der Gemarkung Schrampe. Wenige Kilometer weiter, im Arendseer Bereich, hingegen nicht. Doch Veränderungen stehen unterhalb der Stadt an. Ein Bebauungsplan soll rechtliche Klarheit bringen. Mit Blick auf immer weniger zur Verfügung stehende Baugrundstücke könnten Interessenten auf die Idee kommen, mehrere Parzellen als eine zu nutzen und dort ein Eigenheim zu errichten. „Dies wird nicht möglich sein“, erklärte Bürgermeister Norman Klebe auf Nachfrage.

Noch bevor es überhaupt solch einen Plan geben konnte, wurden seitens verschiedener Behörden des Altmarkkreises Salzwedel Grenzen aufgezeigt. Der Naturschutz steht an erster Stelle. So werden bauliche Tätigkeiten erst fünf Meter hinter der Uferkante erlaubt. Die maximale Größe der Objekte beträgt 24 Quadratmeter. Ein Übernachten darin sei keinesfalls erwünscht, heißt es. Es soll vor allem die Möglichkeit geben, dort Gartengeräte unterzubringen. „Selbst wenn jemand mehrere Parzellen zusammenfasst, gelten trotzdem die 24 Quadratmeter“, unterstreicht das Stadtoberhaupt.

Naturschutz hat Priorität

Die Kommunalpolitik könnte sich bei Details für den Bebauungsplan durchaus einbringen. Die Vorgaben der Kreis-Behörden sind aber in Stein gemeißelt. Mögliche Regeln, die von der hiesigen Kommunalpolitik darüber hinaus erwünscht sind, lassen sich in Form einer Satzung für die Seeparzellen konkretisieren. Solch ein Papier gab es bereits zu DDR-Zeiten und es galt auch nach der Wende. Irgendwann rückte das Thema in den Hintergrund, die Satzung verlor ihre Gültigkeit.

Geregelt war zum Beispiel die maximal erlaubte Heckengröße. Nutzer des Seeweges sollen, wie es der Name zum Ausdruck bringt, den See von dort auch sehen können. Wenn Parzellenbesitzer zum Beispiel eine drei Meter hohe Mauer um ihr Grundstück ziehen, wäre dies vorbei. Norman Klebe kann sich eine neue Satzung vorstellen. Als Orientierungsmöglichkeit schlägt er das Bundeskleingartengesetz vor. Aus diesem könnten Vorschriften entnommen und für Arendsee umgesetzt werden.

Finanzierung ist noch nicht gesichert

Zunächst gilt es aber weiter, an der Finanzierung für den Bebauungsplan zu arbeiten. Normalerweise müsste die Stadt dies bezahlen. Doch die Kasse ist leer. Darum wurden Besitzer schriftlich gefragt, ob sie sich beteiligen wollen, damit es vorangeht. Die Summe für die Eigentümer ist je nach Größe unterschiedlich. Pro Quadratmeter wurde ein Euro veranschlagt. Für den Plan werden 36.000 Euro benötigt. Da die Stadt ebenfalls Flächen in diesem Bereich hat – zum Beispiel die Festwiese „Bleiche“ – sowie elf Seeparzellen selbst besitzt und verpachtet hat, entfallen auf die Kommune 12.000 Euro.

Was den übrigen Betrag angeht: 55 private Besitzer wollen sich aktuell beteiligen. Die Gesamtsumme liegt bei 20.000 Euro. 25 Eigentümer lehnen eine finanzielle Beteiligung ab. 49 Rückmeldungen stehen noch aus. Derzeit beträgt die Finanzierungslücke 4000 Euro. Fest steht: Es kann nur einen Plan für das gesamte Gebiet geben. Einzelne Seeparzellen werden nicht herausgenommen. Bürgermeister Norman Klebe hat für die nächsten Wochen, sobald es die Pandemie-Lage zulässt, eine Anliegerversammlung angekündigt. Ins Auge gefasst wird der November. Um die in Corona-Zeiten vorgeschriebenen Abstandsregeln einhalten zu können, wird die Arendseer Töbelmann-Mehrzweckhalle als Sitzungsort favorisiert.