Salzwedel l Der gute Ton macht die Musik, heißt es. Und dafür steht seit nunmehr einem Jahrzehnt die Band Jack Flex. Die Gruppe, die Musiker aus den Bundesländern Niedersachsen und Sachsen-Anhalt vereint und somit auf künstlerischer Ebene umgesetzt hat, was die Politik nunmehr vor fast drei Jahrzehnten versprach. Nämlich, dass das zusammen wächst, was zusammen gehört.

Die Menschen tun sich damit manchmal gar nicht so schwer, und Musiker schon gar nicht. Denn diese verbindet überall auf der Welt, was letztendlich auch die Menschen zusammen führt, nämlich die Musik. Sie überwindet schlicht und einfach Grenzen. Zum Beispiel die zwischen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.

Erster Auftritt beim Dionysiusmarkt

2008 schlug die Geburtsstunde der Band, die zuerst einmal, so rein dem Namen nach, eher für die Vertreter des männlichen Geschlechts geschaffen schien. Denn der Name entspricht, wofür Testosteron gesteuerte Erdenbürger so stehen: Für ein Getränk mit Vornamen Jack, das in Tennessee beheimatet ist und aus Zutaten wie Wasser, Mais, Roggen und Gerste besteht und anschließend durch eine drei Meter dicke Schicht aus Holzkohle tröpfelt. Es handelt sich natürlich um den weltberühmten Bourbon-Whiskey. Die Flex hingegen ist eine super schnell rotierende Schleifscheibe und steht für brachiale Kraft, welche zumeist von starker Männerhand bedient wird.

Die Namensfindung entstand übrigens einfach in einer Bierlaune und ist gar frei jeglicher tiefsinniger Überlegungen, so die Aussage der Band-Mitglieder.

Harald Faescke am Schlagzeug und Bassist Marko Scholz bilden zusammen den sachsen-anhaltischen Teil des Quintetts, Tim Kunstmann, Gitarrist und Sänger, sowie Jenz-Peter Mertens, Gitarre und Sänger, den niedersächsischen Part. Verstärkt wurden sie ab 2010 zudem von Stefan Walgenbach aus Wustrow, der ebenfalls die Gitarre und das Mikrofon bedient.

Vorband bei den "Lords"

Im Gründungsjahr hatten sie auch sogleich als Vorband der legendären „Lords“ ihren ersten großen Auftritt. Das Publikum schrie und tobte bei ihrem Auftritt und feierte die Band auf der großen Bühne beim Salzwedeler Dionysiusmarkt frenetisch.

Von da an nahm der Inter-City-Express „Jack Flex“ gehörig Fahrt auf. Haltestationen waren zunächst Langenapel und Salzwedel. Doch schon bald wurden überregionale Stopps angesteuert. Wie bei einem guten Kaffee macht es letztendlich die Mischung. Auch bei ihren Auftritten wurde das gute Alte, was Erinnerungen weckt, mit dem Modernen gemischt. So lassen sich in ihrem Repertoire Künstler und Bands wiederfinden wie Bruce Springsteen, Billy Idol, CCR, Depeche Mode, Die Ärzte, Rio Reiser, The Cure und viele andere Musiker. Doch dabei wird nicht nur einfach nachgedudelt, sondern die Songs werden neu arrangiert, mal eben so ein wenig „beflext“, wie die Band sich ausdrückt.

Konzert in Apenburg

Nun startet die Band in das Jahr, das sie und ihre Fans auf die vergangene Dekade ihres Bühnenerfolges zurückblicken lässt. Das soll gemeinsam gefeiert werden.

Im legendären „Lindenhof“ in Apenburg, wo sich schon vor Jahrzehnten die angesagtesten Bands der DDR die Klinke in die Hand gaben, da rocken Jack Flex am Ostersonnabend, bis die Linden vor dem Partytreff im Takt hüpfen.

Auch beim Salzwedeler Hansefest am 1. Juni ist die Band mit von der Partie und beschließt nach mehreren anderen Veranstaltungen in und außerhalb der Altmark ihr erfolgreich zurückgelegtes Jahrzehnt mit einem Abschlusskonzert am 20. Oktober im Hanseat. Dann wird die Hütte sicherlich wieder voll sein und kein Auge trocken bleiben.