Salzwedel l Der Schlamm liegt für Reinhard Krüger nicht weit von der eigenen Haustür weg. Der 79-Jährige wohnt neben dem Birkenwäldchen, wenige Meter südlich der Brücke, die dort über die Dumme führt – und das schon einen Großteil seines Lebens.

Den Park kennt Krüger also gut, wie er der Volksstimme erzählt, vor allem, da er ihn mehrmals am Tag durchquert. Besonders sind ihm deshalb auch die „verkommenen“ Teile aufgefallen, die er nun der Volksstimme zeigte.

Wege schlammig, Wiesen zertrampelt

Diese machen sich schon bemerkbar, wenn man von der Dumme-Brücke aus geradeaus weitergeht. Bei Feuchtigkeit sind die Gehwege im nordöstlichen Teil des Birkenwäldchens nämlich nur noch bedingt begehbar, ohne dass die Schuhe im Schlamm steckenbleiben. Zum Vor-Ort-Termin war teilweise nur ein schmaler Streifen noch halbwegs trocken. Auf anderen Bereichen der unteren Wege muss man immer wieder ziemlich großen Pfützen im Slalom ausweichen.

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Laut Krüger wurden die Wege vor allem durch Fahrzeuge in Mitleidenschaft gezogen, die zum Beispiel zur Müllsammlung dort durchfahren. Besucher des Birkenwäldchens haben sich wohl schon auf die Beschaffenheit eingestellt, wie die Fußgänger zeigten, die zur selben Zeit auch gerade da waren. Nicht immer wichen sie auf die schmalen Trockenstellen aus, manche nahmen auch einfach die Luftlinie über Wiese und Hügel.

Dass dies offenbar häufiger passiert, davon zeugen Trampelpfade auf der Grasfläche.

Dabei sollte es für die Stadt ein Leichtes sein, einen befestigten Weg aufzuziehen, findet Krüger. „In einem Tag ist hier so ein Ding lang gezogen“, lautet seine Einschätzung, und zu teuer könne dies auch nicht sein. Der Zustand des Birkenwäldchens beschäftigt ihn schon lange, schildert er. Er habe es auch öfter in Stadtforen und zu anderen Anlässen angesprochen. Getan habe sich aber nichts, die Beschwerden sind dieselben, die er schon vor Jahren hatte.

Der nordöstliche Teil wirkt insgesamt etwas abgelegener, auch wenn es laut Krüger durchaus einige Leute gibt, die ihn etwa zum Einkaufen durchqueren. Aber ähnliche Probleme sieht er auch dort, wo sie besser sichtbar sind – etwa an der Steintorstraße, wo sich in den Unebenheiten auch Pfützen sammeln.

Dort können Fußgänger immerhin auf die befestigte Gegenseite ausweichen. Anders sieht es am Weg zur Agricola Turnhalle aus, wo sich liegengebliebenes Laub mit dem „Modder“ vermischt hat. „So muss doch keine Innenstadt aussehen!“, lautet Krügers Urteil.

Aktuell liegen keine Sanierungsanträge vor

Krügers Wunsch nach befestigten Wegen wird sich aber in naher Zeit nicht erfüllen, wie aus der Auskunft von Stadtsprecher Andreas Köhler hervorgeht. „Das Birkenwäldchen ist eine Parkanlage, daher sind auch die beiden darin befindlichen Gehwege dem Ambiente angepasst“, schrieb er auf Nachfrage der Volksstimme. Weiter heißt es in der Antwort: „Das Birkenwäldchen ist als naturnahe Parkanlage konzipiert, sodass dort auch darauf geachtet werden muss, inwieweit Wege ausgebaut werden müssen.“

Anträge, etwa für Sanierungsmaßnahmen, liegen der Stadt laut Köhler gerade nicht vor. Dafür werde etwa die Beleuchtung im Auge behalten. Als die im vergangenen Jahr nicht funktionierte, wurde die Anlage schon als „Horrorpark“ bezeichnet (Volksstimme berichtete). Das habe ein Elektriker schon in Ordnung gebracht.

Fazit: Die Pfützen werden wohl bleiben, aber wer abends im Birkenwäldchen unterwegs ist, sieht immerhin noch genug, um ihnen rechtzeitig auszuweichen.