Salzwedel l Dass Christiane Peters Tiere liebt, sieht man sofort: Gleich im Eingangsbereich ihres Kosmetikstudios „Atelier Peters“ steht eine Spendenkasse für das Tierheim Salzwedel. Und wenn die 62-Jährige anfängt, von ihren Tieren zu erzählen, hört sie so schnell nicht wieder auf. Sie strahlt über beide Ohren, wenn sie kleine Anekdoten von „Charlie“, dem Eichelhäher, oder „Mo“, dem kleinen Spatzen, erzählt.

Momentan kümmert sich Christiane Peters um drei Vögel: Einen Eichelhäher, der einen seiner Flügel verletzt hat, eine Taube, die noch etwas dürr aussieht und eine zweite Taube – wahrscheinlich eine Brieftaube –, der es gar nicht gut geht. Sie ist bis auf die Knochen abgemagert. „Brieftauben fliegen bis zur Erschöpfung“, erklärt Peters.

Drei Pflegefälle

Auch drei weitere Vögel lassen sich immer wieder blicken: Eine Dohle, eine Krähe und das Eichelhäher-Baby „Charlie“, wie Christiane Peters ihn ruft. Die drei sind ehemalige Pflegefälle – kommen aber auch Wochen später noch zu ihrer Ziehmutter zurück. „Die drei sind richtige Freunde geworden. Das ist sehr ungewöhnlich. In der Natur sind eigentlich alle Vögel verfeindet, weil sie ja Futter-Konkurrenten sind“, erklärt die Tierliebhaberin. Gerade als sie von ihrem Eichelhäher-Baby erzählt, kommt es dahergeflogen. Es frisst ihr ein paar Körner von der Hand – und fliegt wieder davon.

Von Tieren kann Christiane Peters gar nicht genug bekommen: Neben den Vögeln hat sie vier Hunde namens Arielle, Trixi, Little Foot und Arthur, sowie zwei Katzen, von denen eine auch ein Findelkind ist. „Ich nehme alles, was ich kriegen kann – außer vielleicht Waschbären“, lacht sie. So hatte Christiane Peters auch schon zwei Baby-Eichhörnchen, die jemand im Wald gefunden und ihr gebracht hat.

Mit einer Schwalbe hat alles angefangen

In Salzwedel ist Christiane Peters für ihr Engagement schon bekannt. Die meisten Tiere, die sie bei sich aufpäppelt, werden ihr vorbeigebracht. Manchmal wird sie sogar über das Tierheim von Salzwedel vermittelt. Dort kann das Gefieder nicht unterkommen, weil es keine Vogelkäfige gibt und die Pfleger keine Zeit dafür haben.

Jedes Jahr nimmt Christiane Peters zirka fünf Tiere auf, manchmal auch mehr. Bis zu einem Monat bleiben sie bei ihr, bis es ihnen wieder besser geht. Solange füttert die 62-Jährige ihren Schützlingen Mais, Rindfleisch, Futtermäuse, Küken oder Körner – je nach Vogelart – und guckt alle paar Stunden nach ihnen. Dann lässt Christiane Peters sie wieder in die Freiheit: „Das fällt mir jedes Mal schwer. Man hat das Tierchen ja irgendwie großgezogen. Aber Vögel gehören einfach in die Natur.“

Hobby seit 2009

Angefangen hat ihr Hobby im Jahr 2009 mit einer Schwalbe, die aus einem Nest in ihrem Haus gefallen ist. Die hat Christiane Peters dann – als erster aller Vögel – zu sich aufgenommen und gepflegt. Weil sie damals noch keine Käfige hatte, durfte die Schwalbe in der Wohnung und sogar im Kosmetikstudio frei herumflattern.

All ihr Wissen über Vögel hat sich die Blumenstrauß-Gewinnerin über Bücher und das Internet selbst angeeignet. „Das ist eine schöne Aufgabe. Solange ich kann, will ich das weitermachen“, sagt sie.

Nicht jedes Tier kann gerettet werden

Auch, wenn es manchmal weniger schöne Momente gibt: Der Brieftaube scheint es heute nämlich gar nicht gut zu gehen. Als Christiane Peters nach ihr schaut, sagt sie: „Die stirbt, das sieht man.“ Die Taube liegt reglos in ihrem Käfig. „Das ist schwer, wenn ein Tier stirbt. Aber man kann eben nicht jedes Tier retten“, sagt die 62-Jährige.

Früher schon war Tierärztin immer ihr Traumberuf gewesen. Zu DDR-Zeiten hatte Christiane Peters aber nicht die Wahl. Offiziell hat das zwar nicht geklappt – so etwas in der Art ist sie jetzt aber trotzdem geworden.