Brüchau l  Im ersten Quartal 2018 sollen auch die Ergebnisse der Untersuchungen zu Krebsfällen in der Region vorliegen. Momentan werden Daten zur Altersstruktur, zu Bevölkerungszahlen und Krebsfällen für die Ortschaften Brüchau, Kakerbeck, Neuendorf und Jemmeritz ermittelt. Beteiligt sind das Gesundheitsamt des Kreises und die Einwohnermeldeämter. Im Frühjahr sollen die Ergebnisse vorliegen. Vor Ort gibt es schon jetzt Zweifel an der Belastbarkeit, der sich daraus ergebenden Aussagen zum Krebsrisiko im Umfeld der Bohrschlammgrube bei Brüchau. Zu diesen und anderen Fragen hinsichtlich des „Silbersees“ soll es wieder eine „Kalbe-Runde“ geben, wie die von der Landtagsabgeordneten Dorothea Frederking (Bündnis 90/Die Grünen) initiierten Informationsveranstaltungen im Volksmund genannt werden, kündigte sie auf Volksstimmeanfrage an. Einen genauen Termin gebe es aber noch nicht.

Doch sei es auch für sie wichtig, dass ein gewisser öffentlicher Druck aufrechterhalten werde, nachdem deutlich geworden ist, dass mit dem Umsetzen des Sonderbetriebsplans zwei weitere Jahre ins Land gehen, ohne, dass sich am Zustand der Giftmüllgrube etwas ändert. Daran sollen sich dann noch geohydrologische Untersuchungen anschließen, die ebenfalls wieder einige Zeit in Anspruch nehmen, ehe abschließend über eine Stilllegungsvariante entschieden werden kann. „Das kann alles lange dauern, die Leute vor Ort sind verständlicherweise zermürbt“, erklärt sie. Sie habe Resignation und Enttäuschung als Reaktion, auf die jüngsten Entwicklungen erlebt.

Auf eine konkrete Anfrage an die Betreiberfirma im Wirtschaftsausschuss des Landtages, ob an der Grube Sickerwasser austritt, habe sie keine klare Antwort erhalten. Auch auf andere Sachverhalte sei ausweichend geantwortet worden. „Dennoch wurde behauptet, dass von der Grube keine Gefahr ausgeht.“ Für die Abgeordnete unverständlich.

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Christfried Lenz von der Bürgerinitiative (BI) Saubere Umwelt & Energie Altmark geht noch einen Schritt weiter. Da ihnen nur Auszüge aus dem Sonderbetriebsplan vorgestellt wurden, seien die Landtagsabgeordneten im Wirtschaftsausschuss wie „Schulbuben behandelt“ worden, findet er. Und hofft, dass Dorothea Frederking die „Kalbe-Runde“ in absehbarer Zeit wieder einberuft, „damit die Lage und weitere Schritte öffentlich erörtert werden können“.