Salzwedel l Viele Schätze aus der Bronzezeit (2300 bis 1200 v. Ch.) hat die Altmark zu bieten. 2012 sind einige besonders schöne und wissenschaftlich interessante Stücke in einer Ausstellung im Salzwedeler Danneilmuseum dem Publikum vorgestellt worden. Zuvor erfolgte eine umfangreiche Neuaufnahme der Bestände. Eine in der Außenwirkung des Museums eher unspektakuläre Aufgabe, die aber für Aufbereitung der Arbeits- und Lebenswelten der Menschen jener Zeit eine große Rolle spielt, wie Museumsmitarbeiter und Leiter der Langobardenwerkstatt, Lothar Mittag, betont. Damals entstand die Idee zu einer Publikation, die zunächst ein Ausstellungskatalog werden sollte und nun in einem Buch mit dem Titel „Schätze der Bronzezeit – Archäologische Kostbarkeiten aus der Altmark“ gemündet ist.

Altmark war Bronzezeit-Land

Im Saal der Musikschule blieb am 8. Oktober kein Platz frei als es vorgestellt wurde. In den einzelnen Kapiteln werden die Funde aus mehreren Perioden vorgestellt, denn auch die Altmark war ein Bronzezeit-Land, wie der Autor betonte. Sie gilt als Bindeglied zwischen den nördlicheren und südlicheren Regionen, mit Kontakten bis nach Skandinavien oder in die Schweiz. Zahlreiche Fundstücke belegen diese rege Handelstätigkeit, den Austausch mit den anderen Gebieten Europas und eine „Weltoffenheit“ der bronzezeitlichen Altmark in alle Himmelsrichtungen, wie Landrat Michel Ziche in seinem Grußwort sagte.

Der Grundstock der Sammlung wurde bereits in den 1830er Jahren von Johann Friedrich Danneil und weiteren Mitglieder des „Altmärkischen Vereins für vaterländische Geschichte und Industrie“ gelegt. Darauf wies der Landrat ebenfalls hin. Schließlich ist der berühmte Wissenschaftler, dessen 150. Todestag in diesem Jahr begangen wird, Namensgeber des Salzwedeler Kreismuseums.

Stücke der Frühbronzezeit

Gewand- und Haarknotenfibeln, Schwerter, Dolche, Beile, Pfeilspitzen, Nadeln, Schmuck und Alltagsgegenstände gehören zu den Funden die dargestellt sind. Nicht nur mit Fotos, sondern auch mit Illustrationen der Künstlerin Lucie Löwe, die beispielweise zeigen, wie Schmuck oder Gewandnadeln getragen wurden.

Zahlreiche dieser Stücke stammen aus der bedeutendsten Gruppe der Frühbronzezeit, der Aunjetitzer Kultur.

Auf diese und weitere Perioden der Bronzezeit ging Barbara Fritsch vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt -Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle in ihrer Einführung ein. Sie wies unter anderem auf das große Wissen der Menschen jener Zeit hin, die nach neuesten Erkenntnissen bereits Königreiche bildeten und Kriege führten.

Imposante Großsteingräber

Lothar Mittag stellt in seinem Buch auch kurz die vorher gehenden und folgenden Epochen dar. So die Jungsteinzeit, deren Menschen in der Altmark nicht nur Funde wie Messer, Pfeil- oder Speerspitzen aus Feuerstein sowie verzierte Gefäße, sondern auch die imposanten Großsteingräber hinterließen. Und auch die vorrömische Eisenzeit, in die die Bronzezeit überging, wird beleuchtet.

Nach der Vorstellung war das Interesse an dem Buch groß. Der Autor, dessen Dank an viele Unterstützer und wissenschaftliche Begleiter geht, signierte auf Wunsch der Käufer zahlreiche Exemplare.

Das Buch ist in der Schriftenreihe zur Regionalgeschichte der Museen des Altmarkkreises Salzwedel erschienen und kostet zehn Euro.