Salzwedel l Ihr Auftritt hatte bereits im Vorfeld in Salzwedel für kontroverse Diskussionen auf politischer und gesellschaftlicher Ebene gesorgt. Nun sorgte eine Gegendemonstration am Freitag (24. Januar) dafür, dass der AfD-Bürgerdialog, auf der Thüringens AfD-Chef Björn Höcke und sein Brandenburger Amtskollege Andreas Kalbitz als Gastredner im Kulturhaus über ihre Erfahrungen mit dem Linksextremismus berichten wollten, deutlich später anfing, als geplant. Eine Sitzblockade auf der Altperverstraße hatte den Bus mit den Landtagsabgeordneten, immerhin Gastgeber der Veranstaltung, rund eineinhalb Stunden lang aufgehalten. Der Bürgerdialog, und somit auch die Reden der Gäste, begannen später als geplant.

Die Stadt musste den Demonstranten schließlich wenigstens einen Teil des Kulturhausplatzes zur Verfügung stellen. Dafür hatte ein Urteil im Eilverfahren gesorgt, das sich AfD-Gegner bereits am Mittwoch erstritten hatten. Die Stadt hatte zunächst den gesamten Platz sperren wollen.

Protest vor dem Kulturhaus

Dort hatten sich im vorderen Bereich viele Protestler versammelt, um zu demonstrieren. Mit Trommeln und Plakaten. Parolen wie: „Ihr seid nicht Deutschland“, „Ihr seid nicht willkommen“ und immer wieder: „Alle zusammen gegen den Faschismus“ waren zu hören.

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Dass die AfD das Kulturhaus für ihre Veranstaltung nutzen darf, dass bis zum letzten Platz gefüllt war, war einigen Stadträten und Bürgern gegen den Strich gegangen. Es habe allerdings keine Chance gegeben, dies zu verhindern, sie könne bei der Vermietung keine Willkür walten lassen, hatte Bürgermeisterin Sabine Blümel immer wieder betont. Daraufhin wurde ihr und Teilen des Stadtrates zu wenig Kreativität dahingehend vorgeworfen. Bereits am Mittwoch (22. Januar) hatten Besucher der Salzwedeler Stadtratssitzung eine klare Position „gegen Rechts“, seitens der Kommunalpolitik gefordert.

Demo am Nachmittag

Rund 1300 Menschen hatten am Nachmittag vor der AfD-Veranstaltung in der Innenstadt protestiert. Sie zogen unter Begleitung mehrerer Hundertschaften der Polizei zum Kulturhaus. Dort kam es später zu einigen Handgemengen mit der Polizei.