Gardelegen l Stolpersteine erinnern in vielen Städten an das Schicksal jüdischer Mitbürger zur Zeit des Nationalsozialismus. In Gardelegen kümmert sich die AG Stolpersteine des Geschwister-Scholl-Gymnasiums um die kleinen Mahnmale. Die Schüler erforschen die Geschichte der jüdischen Familien in Gardelegen, dokumentieren die Biografien der Ermordeten und Deportierten und setzen Gedenksteine zu ihrem Andenken.

33 Stolpersteine hat die AG seit ihrer Gründung im Jahr 2013 bereits gesetzt. Im Juni dieses Jahres sollen nun acht weitere hinzukommen, die den Mitgliedern dreier jüdischer Familien gewidmet sind. Die Schüler haben inzwischen auch Kontakt zu den Nachkommen der acht Männer und Frauen geknüpft und sie zur Verlegung der Steine eingeladen. Sie haben sehr viele positive Antworten erhalten.

Gegründet wurde die Arbeitsgemeinschaft von acht Schülern, zurzeit hat die Gruppe insgesamt 19 Mitglieder aus den 8. bis 12. Klassen. Um die jüngeren Schüler einzubinden, haben die Mitglieder jetzt eigene Whats-App-Gruppen gegründet. Betreut wird die Arbeitsgemeinschaft von der Lehrerin Andrea Müller.

Eigener Raum in der Schule

Inzwischen haben die Schüler sogar einen eigenen Raum in ihrer Schule erhalten. Hier zeigen sie eine Ausstellung mit Bildern und weiteren Dokumenten aus dem Leben der Familien, für die sie bereits Stolpersteine gesetzt haben. Die Schüler wirken auch regelmäßig bei den Gedenkveranstaltungen zum Jahrestag des Massakers an der Feldscheune Isenschnibbe mit, in der Nationalsozialisten kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs 1016 KZ-Häftlinge ermordeten.

Die Stadt Gardelegen unterstützt die Arbeit der AG und betrachtet sie als Aushängeschild. Ein Grund für die Gardeleger Bürgermeisterin Mandy Zepig, die Schüler für den Bürgerpreis vorzuschlagen.

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