Salzwedel l In Sachen Tierheim ist für Bürgermeisterin Sabine Blümel das letzte Wort gesprochen. „Ich habe von den Fraktionsvorsitzenden den Auftrag bekommen, mit dem Allgemeinen Tierhilfsdienst Ahlum Verhandlungen aufzunehmen“, sagte sie am Donnerstagabend (5. Dezember) im Finanzausschuss.

Zuvor hatte Marco Heide (Die Linke) das Thema noch einmal aufs Tapet gebracht. Er sprach sich dafür aus, das Areal in städtischem Besitz zu behalten und einen heimischen Tierschutzverein mit dem Betrieb zu beauftragen. Und zwar den, der das bessere Konzept vorlegt.

Thema ist durch

Diese Diskussion werde sie auf keinen Fall noch einmal aufmachen, entgegnete die Bürgermeisterin. Das Thema sei durch. Das Tierheimgelände werde an den Verein in Ahlum verkauft, der dort auch eine Tierpension einrichten wolle.

Die Pflichtaufgabe Tierschutz werde die Stadt erfüllen, indem sie künftig für die Fundtiere mit einer fallbezogenen Pauschale aufkommt, erklärte Blümel sinngemäß. Dafür hätten sich die Fraktionsvorsitzenden einstimmig ausgesprochen.

Debatte nicht beendet

Dieser Aussage hatte der Vorsitzende der Freien Fraktion, Nils Krümmel, bereits widersprochen. Das belegt ein Antrag an den Stadtrat, der in der nächsten Sitzung am kommenden Mittwoch als Punkt 21 auf der Tagesordnung steht.

Darin heißt es: „ Der Betrieb des Tierheims in Hoyersburg ist auszuschreiben und das Areal/Gelände am jetzigem Standort hat in städtischem Eigentum zu verbleiben. Ein Verkauf erfolgt nicht.“ Demnach ist die Debatte um das Tierheim nicht beendet. Es sei denn, die Fraktion zieht den Antrag zurück.

Im Tierschutzverein Salzwedel und Umgebung sind die internen Querelen auch nach der jüngsten Mitgliederversammlung nicht beendet. So hat sich die Vorsitzende, Antje Gebert, an die Volksstimme gewandt, um öffentlichen Aussagen von Kassenwart Wolfram Ringleb zu widersprechen.

Gebert äußert sich

Der hatte unter anderem erklärt, dass der Beschluss, das Tierheimgelände am Montag nicht zu räumen, nicht einstimmig ausgefallen ist. So hatte es die Vereinsvorsitzenden angegeben.

Die Rückgabe des Objektes von einem Werteausgleich abhängig zu machen, sei für ihn Erpressung, hatte Ringleb gesagt.

„Wir erpressen die Stadt Salzwedel nicht auf Zahlung eines Wertausgleichs, wir sind wirtschaftlicher Eigentümer der von uns errichteten Gebäude auf dem Grundstück der Stadt und nicht verpflichtet, diese herauszugeben, bis wir für sie entschädigt worden sind“, entgegnet die Vorsitzende in einem Schreiben an die Volksstimme. Wie tief die Zerwürfnisse in dem Verein sind, zeigt sich an weiteren gegenseitigen Schuldzuweisungen, die unter anderem die Entlastung des Vorstandes betreffen, die seit vier Jahren nicht erfolgt sei.

Aufforderung zur Schlüsselübergabe

Neben Ringleb belastet auch die abgewählte Schriftführerin Erika Lahmann den Vorstand des Vereins. So sei das Schreiben der Stadt mit der Aufforderung zur Schlüsselübergabe – an Vorstand und Mitglieder gerichtet – am 29. November von Antje Gebert beantwortet worden.

Bei der Jahreshauptversammlung soll der Vorstand aber gesagt haben, dass Antje Gebert es noch nicht einmal gelesen habe. Dementsprechend würden sich Mitglieder an der Nase herumgeführt fühlen. Zudem sollen zwei Beschlussanträge von März, beide seien Abwahlforderungen gegen die Vorsitzende, auf der Einladung an die Mitglieder schlichtweg vergessen worden sein.

Nicht nur die Räte scheinen uneins, auch im Verein bilden sich wohl tiefe Gräben.