Volksstimme: Hallo Ingmar, du stehst am 12. Oktober nach einiger Zeit mal wieder in deiner alten Heimat auf der Bühne. Inwieweit unterscheidet sich dieser Auftritt von anderen?

Ingmar Stadelmann: Ein Heimspiel ist ein Heimspiel ist ein Heimspiel! Von daher erwarte ich gut gelaunte Altmärker und sogar Gardelegener! Außerdem schneiden wir die Show mit für Spotify (Internet-Streaming-Dienst, Anm. d. Red.), so dass bis in alle Ewigkeit Salzwedel in der digitalen Welt verankert wird.

Kannst du dich eigentlich noch an deinen ersten öffentlichen Auftritt in Salzwedel erinnern?

Natürlich! Das war tatsächlich im Odeon. Schön, dass es jetzt wieder geöffnet ist. Damals waren viele Mitschüler, Lehrer und Verwandte da. Das war toll!

Im Frühjahr hast du bei einer Quizshow Geld gewonnen und dieses an deine ehemalige Schule, das Jahngymnasium, gespendet. Denkst du, obwohl du schon länger in Berlin lebst, häufig an deine Wurzeln und wie oft bist du noch in Salzwedel?

Ich bin nicht wirklich oft da, aber bemühe mich immer mit jeder Tour mindestens einmal Stop zu machen in Salzwedel. Allerdings habe ich ja jetzt eine Tischtennisplatte am Jahngymnasium, die meinen Namen trägt. Wieder ein Grund mehr, um herzukommen.

Deine aktuelle Tour „#humorphob“ befindet sich auf der Zielgerade. Was erwartet das Publikum im Kulturhaus? Gibt es etwas Besonderes bei der Veranstaltung?

Es ist tatsächlich einer der letzten Termine mit der aktuellen Show. Wie gesagt, wir nehmen das auf für Spotify und ich bin sehr motiviert, meine aktuelle Show endlich nach Salzwedel zu bringen. Es wird politisch, es wird provokant und natürlich wird es witzig. Sonst könnten wir uns das sparen.

Schreibst du bereits an einem neuen Programm, gibt es in naher Zukunft neue Show-Formate mit dir?

Ich bin ja jetzt noch bis Dezember mit der Show unterwegs und mache dann erstmal Tourpause. Dann setze ich mich an ein neues Programm unter dem Titel „Fressefreiheit“. Da gibt‘s einige Ideen, aber wie gesagt, das wird noch mindestens ein Jahr dauern. Ansonsten bin ich jetzt bei der Fernsehsendung „Genial Daneben“ dabei, was so eine Art Kindheitstraum war. Und meine Late-Night-Show „Comedy Central News“ für Comedy Central (Fernsehsender, Anm. d. Red.) wird wohl auch weiter gehen. Es bleibt also viel zu tun.

Du hast dich im Bundestagswahlkampf und schon davor in der Öffentlichkeit immer wieder politisch positioniert und klare Kante gegen Rassismus und Ausgrenzung gezeigt. Warum ist dir das so wichtig?

Da ist die Frage eher: Wem ist das nicht wichtig? Man kann über alle Formen von Ideen und Meinungen streiten, aber die Basis muss sein: Akzeptiere das Grundgesetz und die gleichen Rechte für alle Menschen. Das sind die Grundlagen, die ich immer verteidigen werde. Das versuche ich natürlich mit auf die Bühne zu nehmen, denn irgendwo zwischen Pointe und Message liegt Erkenntnis. Ein Ort ohne W-LAN übrigens.

Könntest du dir vorstellen, dich irgendwann aktiv in der Politik zu engagieren?

Man soll ja niemals nie sagen, aber aktuell schließe ich das aus. Mein Job ist das Beobachten und Kommentieren. Und zwar so lustig und unbequem wie möglich.

Nochmal zurück zu Salzwedel: Worauf freust du dich am meisten, wenn du in der Stadt zu Besuch bist und auf was könntest du gut und gerne verzichten?

Verzichten: Die Anfahrt! Diese B 71 macht mich jedes Mal wahnsinnig. Es wird Zeit, dass mal jemand so was wie eine vierspurige Straße erfindet. Ich würde es Autobahn nennen! Das wäre wirklich abgefahren, oder? Freude bei meinen Besuchen in Salzwedel machen mir immer wieder ein Spaziergang durch die Altstadt, der Baumkuchen und Witze über Gardelegen. Denn die funktionieren bekanntermaßen nämlich nur hier.