Salzwedel l Dem Kultursommer geht noch vor dem Start die Luft aus. Nachdem bereits der Kartenverkauf angelaufen war, Poster gedruckt wurden und im Internet geworben wurde, kommt nun das Aus.

„Er wird es absagen“, sagt Kreis-Ordnungsamtsleiter und Dezernent Hans Thiele. Mit „Er“ ist der Magdeburger Veranstalter Alexander Kopke gemeint. Darauf haben sich die beiden am Dienstagnachmittag im Verwaltungsgebäude des Kreises verständigt. „Es scheitert an der Begrenzung der Personenzahl“, erzählt der Dezernent im Gespräch. Ursprünglich hatte Alexander Kopke am Freitag (24. Juli) der Volksstimme gesagt, dass pro Veranstaltung an den vier Wochenenden jeweils 1000 Besucher das Konzertgelände im Burggarten und Park des Friedens in der Hansestadt betreten dürfen. Doch offensichtlich ist der Altmarkkreis als zuständige Aufsichtsbehörde damit nicht einverstanden.

„In den Burggarten hätten nur 300 Besucher gedurft“, ärgert sich Alexander Kopke nun. Mit dieser Gästezahl sei eine Veranstaltung wie diese aber wirtschaftlich nicht umzusetzen.

Infektionsrisiko kontra Kultur

Auch die Kurzfristigkeit stellt ein Problem dar, so der Kreis-Ordnungsamtsleiter, ebenso der Bierausschank. Denn eine große Anzahl betrunkener Menschen stelle ein erhöhtes Infektionsrisiko mit Blick auf die Corona-Pandemie dar. „Die Veranstaltungen sind so nicht möglich, ohne dass alle Regeln über Bord geworfen werden“, ist sich Thiele sicher.

Das sieht Kopke anders: „Man kann auch zwei Bier trinken und sich an die Abstandsregeln halten.“ Außerdem würden sich nicht alle Gäste hemmungslos betrinken. „Auch nicht die Jugend.“

Im Hinblick auf die Jugend hat der Veranstalter ohnehin ein Problem ausgemacht. Denn Bilder aus Stuttgart oder anderen Orten, wo Jugendliche mit Krawallen und Massen-Treffs auf sich aufmerksam machen, lägen seiner Auffassung nach auch daran, dass keine Kultur stattfinde. „Die Jugend braucht ein Ventil“, so der Magdeburger.

Strenge Auflagen gebündelt

Auch die Beschränkung der Veranstaltungszeit würde nicht funktionieren, so Alexander Kopke. Gerade mit Blick auf das Konzert mit „Gestört aber Geil“.

Für den Veranstalter steht fest: Der Kreis habe die strengen Auflagen unter dem „Deckmantel der vorausschauenden Besorgnis“ gebündelt. So aber müssten nicht nur die Altmärker auf Kultur, sondern auch Bühnenbauer, Künstler, Security und Catering auf wichtige Einnahmen verzichten.

Etwas verärgert ist der Magdeburger zudem darüber, dass die Stadt Salzwedel nicht zum Gespräch am Dienstag beim Kreis-Ordnungsamtsleiter erschienen war. Auch die Hansestadt gehöre zu den Partnern des Kultursommers. Immerhin stelle sie den Burggarten und den Park des Friedens zur Verfügung und sei damit einverstanden gewesen. Schon zum eigentlichen Pressetermin am Montag war kein Vertreter der Stadt erschienen. Zu diesem Zeitpunkt war die Stadt bereits vom Altmarkkreis informiert, dass Thiele die Konzerte aufgrund fehlender Hygiene- und Sicherheitskonzepte ausbremsen könnte.

Tickets werden zurückgenommen

„Das ist alles sehr schade“, so Hans Thiele. Auch er habe den Altmärkern und gerade der Jugend die Kultur gegönnt: „Das tut mir sehr leid.“ Doch unterm Strich habe die Gesundheit der Bürger Vorrang.

Alexander Kopke versicherte im Gespräch mit der Volksstimme, dass alle gekauften Tickets für die Veranstaltungen erstattet werden. Zudem ist der weitere Kartenverkauf im Internet am Dienstag gestoppt worden.