Salzwedel l Es sollte das große Zurückkommen der Kultur im Altmarkkreis werden. Vier Party-Wochenenden am Stück im Salzwedeler Burggarten und Park des Friedens. Das Rahmenprogramm von Freitag, 31. Juli, bis Sonntag, 23. August, ist bereits fest gezurrt. Gäste wie die bei der Jugend beliebten DJ „Gestört aber Geil“ angekündigt. Auch der Verkauf der Karten im Internet ist bereits angelaufen, die Veranstaltungsposter gedruckt.

Mit einer Pressekonferenz dazu am 27. Juli, 14 Uhr, in Salzwedel wollten die regionalen Partner der Großveranstaltung, die Salzwedeler Werbegemeinschaft, Sparkasse Altmark West, Avacon und Bühnenbauer Kupfermusik, das Ereignis eigentlich bewerben. Doch es sollte anders kommen.

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Denn ein entscheidender Part bei Veranstaltungen wurde schlichtweg nicht informiert: Der Altmarkkreis Salzwedel als zuständige Aufsichtsbehörde. „Dank der Volksstimme sind wir über das Vorhaben informiert worden“, sagt Dezernat und Kreisordnungsamtsleiter Hans Thiele. Dabei werde bereits seit Wochen an der Veranstaltung geplant. „Wir haben erst Montag um 14.07 Uhr das Hygiene- und Sicherheitskonzept bekommen“, sagte er auf Nachfrage der Volksstimme. Und das Sicherheitskonzept sei noch nicht einmal unterschrieben gewesen.

Bei der Pressekonferenz machte der Chef der Salzwedeler Werbegemeinschaft, Jost Fischer, deutlich, woran es lag: „Alexander Kopke hat es vergessen.“ Der Veranstalter aus Magdeburg hätte den Altmarkkreis informieren müssen.

So aber liegt der Ball im Verwaltungsgebäude des Kreises. Und dieser ist nicht gewillt, sich drängen zu lassen. „Wir werden in dieser Woche das Sicherheits- und Hygienekonzept prüfen“, so der Kreisordnungsamtsleiter. Auch er findet die Idee gut, die Altmärker wieder mit Kultur zu versorgen. Trotz alledem gebe es gerade mit Blick auf die Corona-Pandemie einiges zu beachten, um die Gäste der Veranstaltungen nicht zu gefährden.

Abstandsregeln

Und gerade bei den Abstandsregeln ist Hans Thiele skeptisch, wie diese bei Veranstaltungen dieser Art eingehalten werden. „Das ist ein Hauptposten, auf den wir achten.“ Denn schnell können sich Hunderte Menschen vor der Bühne dicht gedrängt versammeln. Zudem würde Alkohol fließen, was bei vielen Menschen das Verantwortungsbewusstsein für die Corona-Regeln abhanden kommen lassen könnte. „Wie soll das funktionieren?“, fragt sich der Dezernent. Unterm Strich steht für Thiele fest: Er will auf keinen Fall Bilder und Infektionszahlen, wie sie aus anderen Städten und Regionen bekannt sind. Der Schutz der Bevölkerung habe Priorität.

Und auch wenn die erste Veranstaltung bereits am 31. Juli beginnen soll: „Ich lasse mich nicht unter Druck setzen!“ Außerdem sei noch nicht geklärt, ob die Landespandemiestelle mit eingebunden werden müsse aufgrund der vielen Besucher. Dass das Gesundheitsamt des Kreises mit an Bord müsse, stehe außer Zweifel.

Grundsätzlich sind größere Veranstaltungen im Freien möglich. Dafür müssen jedem Gast zehn Quadratmeter zur Verfügung stehen. Wie das klappen soll, muss der Veranstalter nun dem Altmarkkreis aufschlüsseln – sonst stirbt der Kultursommer noch vor dem Start.