Der Erreger und Maßnahmen im Verdachtsfall

• Das Coronavirus ist nicht neu, es ähnelt dem SARS-Virus, insofern kann auf Vorerfahrungen zurückgegriffen werden. Entsprechende Richtlinien des Robert-Koch-Instituts liegen detailgerecht vor.

• Der Vorteil: eine gezielte Diagnostik ist möglich, dazu werden Abstriche genommen und ins Labor geschickt (später ist eine Blutentnahme ratsam).

• Abstriche werden beim ambulanten Arzt oder im Krankenhaus vorgenommen.

• Die Inkubationszeit beträgt etwa sieben Tage, laut Forschern in Berlin erfolgt die Übertragung von Mensch zu Mensch nur direkt über die Luftwege.

• Die Symptome sind: schweres Krankheitsgefühl, Fieber und Beschwerden an den oberen Atemwegen.

• Für Reiserückkehrer aus China beziehungsweise bei Kontakt zu diesen ist Aufmerksamkeit angebracht.

• Bereits der begründete Verdacht und später die etwaige Infektion sind meldepflichtig beim Gesundheitsamt.

• Das Amt ermittelt dann Ansteckungswege, Kontaktpersonen und koordiniert das weitere Procedere. Quelle: Kreis-Gesundheitsamt

Salzwedel l Das Lungenprobleme verursachende Coronavirus breitet sich aktuell weltweit aus. Im Altmarkkreis haben sich die Ärzte des Gesundheitsamtes mit der Krankenhaushygienikerin Dr. Ines Mewes, die für das Altmark-Klinikum zuständig ist, über die Verfahrenswege für den Ernstfall abgestimmt. Sie seien dahingehend in Kontakt. Besprochen wurden die Abläufe bei einem begründeten Verdacht und bei einer diagnostizierten Erkrankung, erklärt Amtsärztin Dr. Cornelia Schmidt auf Anfrage der Volksstimme. Die Mitarbeiter der Notaufnahmen in den Krankenhäusern Gardelegen und Salzwedel sind bereits in die Problematik eingewiesen worden.

„Ein Coronapatient würde bei uns im Altmark-Klinikum aufgenommen, untersucht, isoliert und entsprechend der Symptome behandelt“, beschreibt sie die ersten Schritte. Sollte sich der Verdacht auf Coronaviren erhärten und der klinische Zustand es erfordern, würde der Betroffene in eine Infektionsspezialklinik verlegt, beispielsweise nach Berlin oder Hamburg. Das Gesundheitsamt erhält sofort eine Meldung. Dann geht es darum, den Ansteckungsweg zu definieren, Kontaktpersonen zu finden und zu beraten. „Das Altmark-Klinikum ist für eine derartige Aufnahme gerüstet“, schätzt Dr. Schmidt ein.

Infektionsgefahr gering

In der Westaltmark sollte sich die Bevölkerung keine Sorgen machen, beruhigt sie. „Wichtig ist, falls Chinareisende hier eintreffen und man Kontakt hatte, sich bei Atem- und Lungenproblemen sofort ärztlich vorzustellen, damit ein Abstrich gemacht werden kann“, betont die Medizinerin. Das gelte natürlich insbesondere für alle, die aktuell aus China in den Altmarkkreis zurückkehren oder einreisen. Dr. Schmidt: „Die allgemeine Infektionsgefahr ist hier im ländlichen Raum aber insgesamt eher gering.“

Um sich selbst zu schützen, sollten allgemeine Hygieneregeln beachtet werden. Wer sicher gehen will, sollte Menschenansammlungen meiden, „alles so, wie wir es in der Grippesaison empfehlen“, sagt sie.

Gefahr bei Grippe höher

Die bisherigen Todesfälle in China seien bei Patienten mit mehr oder weniger schweren Vorerkrankungen aufgetreten. Eine Coronainfektion bedeute nicht gleich, das die Erkrankten in Lebensgefahr schweben oder sterben. Die Amtsärztin warnt vor Panik: nicht jede Erkältung oder Erkrankung der Luftwege spreche für das Coronavirus. Nicht zu vergessen sei dabei die derzeitige Grippewelle. In der vergangenen Woche erhielt das Gesundheitsamt fünf Meldungen für Influenza A und B, informiert Dr. Schmidt. Die Gefahr sich mit Grippeviren anzustecken, sei ungleich höher.