Salzwedel l Spätestens als die sechsjährige Minou Hoffmann das Lied von den vier Jahreszeiten sang, brach sich das Wir-Gefühl seine Bahn. Alt und jung waren in dem Bestreben vereint, eine Kehrtwende zu erreichen, hin zu mehr Klima- und Umweltschutz. Es war der dritte globale Klimastreik und die fünfte Fridays-for-Future-Demo in Salzwedel an der sie teilnahmen und jede Aussage zu den Zielen bejubelten. „Wir wollen ein Zeichen setzen für künftige Generationen und den politisch Verantwortlichen sagen, die bisherigen Handlungsweisen reichen nicht“, sagte Jannik Brunke, der die Kundgebung auf dem Rathausturmplatz moderierte.

Jeder müsse sein ökologisches Verhalten überdenken und verbessern. „Das ist unsere persönliche und moralische Pflicht“, betonte er und erhielt lautstarke Zustimmung.

Forderungen vorgelegt

Da es unmöglich sei, in gewissen Punkten deutschland- oder gar europaweit etwas zu erreichen, müsse auf regionaler Ebene konsequenter für den Klimaschutz gehandelt werden. Und dabei sprechen die Akteure der Ortsgruppe ganz konkret die Kommunalpolitik an. Sie haben ihre Ideen, wie das erreicht werden kann, in zwei Papieren an den Kreistag und den Salzwedeler Stadtrat gebündelt. Darin fordern sie unter anderem vom Landkreis die öffentliche und private Mobilität klimafreundlicher zu gestalten, etwa mit einem Ausbau der Radwege oder dem schnellstmöglichen Realisieren und Veröffentlichen einer Rufbus-App. An allen Schulen, Betrieben und öffentlichen Gebäuden soll es eine verpflichtende Abfalltrennung, Nutzung von Ökostrom, Recyclingpapier und nachfüllbaren Druckerpatronen geben. Von einer kostenlosen Schülerbeförderung bis zum Ablegen des Abiturs oder Abschluss der Ausbildung bis hin zur ausschließlichen Nutzung umweltfreundlicher Fahrzeuge im Fuhrpark oder Dienstfahrrädern für die Bediensteten, reichen die Vorschläge. Weitere Punkte sind unter anderem besserer Natur- und Umweltschutz, eine nachhaltigere Landwirtschaft mit mehr Tierschutz oder ein Ende der Verschwendung von Lebensmitteln.

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Die Forderungen an die Stadt sind in einigen Punkten ähnlich, aber speziell auf die Kommune zugeschnitten. Salzwedel soll bis 2035 eine klimaneutrale Stadt werden. Für die Umsetzung dieses Ziel, sollte ein Klimaschutzbeauftragter eingestellt werden. Und sowohl bei Stadt und Kreis wird eine Mitgliedschaft im Klimabündnis angeregt.

Aktionsbündnis gegründet

Mit ihrem Wirken und ihren Aktionen stehen die jugendlichen Akteure längst nicht mehr allein da. Es hat sich ein Aktionsbündnis gegründet bestehend aus: Internationale Ärzte gegen den Atomkrieg, Ökodorf Sieben Linden, den Kreisverbänden von Bündnis 90/Die Grünen, SPD und Linken, der Firma scm-solar (Pretzier), Die Bunte Vier, BücherWinkeL, Kranich Wohnprojekt (alle Groß Chüden), Hospiz-Verein Salzwedel, Bürgerinitiative „Saubere Umwelt & Energie“ und BürgerEnergieAltmark Genossenschaft.

Nach der Kundgebung, an der auch einige Stadträte teilnahmen, ging es auf einen langen Demonstrationszug, begleitet vom Geläut der Kirchenglocken. Zum Abschluss gab es weitere Wortbeiträge und Livemusik