Salzwedel l Die Probleme beim Namen nennen, Ideen ausarbeiten und über Themen diskutieren: Das erste Stadtteilgespräch im Wohngebiet Arendseer Straße brachte die Sorgen und Nöte der Bewohner zur Sprache.

Sebastian Dobras, Leiter des Mehrgenerationenhauses (MGH) Salzwedel, hatte die Idee dazu, und mit Anna Stein von Partnerschaft für Demokratie im Altmarkkreis schnell eine Verbündete. „Wir unterstützen diese Art der Bürgerbeteiligung gern“, sagte Stein vor Beginn der Veranstaltung. Ziel war es, Kommunalpolitiker und Salzwedeler an einen Tisch zu bekommen und den Austausch zu fördern. Und die Kommunalpolitiker ließen sich nicht zweimal bitten. So stellten sich Peter Fernitz (CDU), Norbert Hundt (SPD/Freie Liste für Salzwedel), Ute Brunsch (Die Linke), Wolfgang Kappler und Arne Beckmann (Salzwedel Land), Nils Krümmel (Freie Fraktion) und Cathleen Hoffmann von den Grünen den Fragen der zahlreichen Gäste.

Fehlende Mülleimer

Sebstian Dobras sammelte mit Anna Stein die Schwerpunkte an einer Pinnwand. Ein Knackpunkt, der sich am Abend herauskristallisierte, war das Thema Sauberkeit im Wohnviertel und der Stadt gesamt. Einen Grund hatten die Gäste auch ausmachen können: fehlende Mülleimer. „Fehlende Papierkörbe, das kann die Stadt lösen“, meinte Ute Brunsch in der Diskussion an einem Tisch. Ebenso das Thema Sperrmüll und die Berge an Schrott in dem Wohngebiet. Auch hier konnte Brunsch eine Lösung in Aussicht stellen. Denn ihrer Kenntnis nach prüft die Stadt beim Kreis derzeit, ob nicht Container aufgestellt werden können. Schließlich sei die Nachentsorgung teuer. Sie ärgere sich auch, wenn sie vermüllte Ecken und Bushaltestellen sehe oder Mülleimer, in denen Hausmüll stecke. Peter Fernitz ergänzte zu dem Thema, dass jeder bei dem Thema seinen eigenen Beitrag leisten könne.

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Barrierefreiheit gewünscht

Ebenso fehlende Bänke und Sitzmöglichkeiten, die gerade die betagten Gäste schmerzlich vermissen, wurden angesprochen. Auch hier meinte Brunsch, dass die Stadt Abhilfe leisten könne. Wieder aufgenommen wurde auch das Thema Barrierefreiheit. Viele Senioren kämen mit ihren Rollatoren an Bordsteinkanten und schiefen Wegen nur unter Mühe weiter. „Das ist kein großer Aufwand“, meinte Peter Fernitz im Hinblick auf die Absenkung von Borden. „Wir älteren sind in der Mehrheit“, sagte er. Trotzdem wolle er aber auch die Belange der Jugend, gerade beim Thema moderne Schulen, nicht aus dem Fokus verlieren. Was den Menschen im Wohngebiet fehlt, sei auch ein vernünftiges Café. „Wo sollen sie denn hier mal ein Eis essen gehen“, fragte sich Brunsch.

Aber auch fehlende Spielmöglichkeiten für Kinder und ein Zaun im Innenhof Buchenallee sorgten für Unmut, wie Schmierereien an Häusern. „Hier wurden kürzlich auch Hakenkreuze geschmiert“, ärgerte sich Dobras. Auch der desolate Zustand des MGH wurde angesprochen. Über die Wichtigkeit der Einrichtung waren sich indes alle Stadträte und Besucher einig.