Sturmtief Xavier

Eine Spur der Verwüstung

Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr hat ein Sturmtief für massive Stromausfälle und Schäden in der Altmark gesorgt.

Von Arno Zähringer 07.10.2017, 01:01

Salzwedel/Arendsee/Beetzendorf l Kurz und heftig wütete das Sturmtief Xavier am Donnerstagnachmittag in der westlichen Altmark. Vor allem von zirka 13.30 bis 17 Uhr waren sehr starke Windböen unterwegs. Die Bäume knickten wie Zahnstocher um oder wurden entwurzelt. Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz, um Äste und Bäume von den Straßen zu entfernen.

„Insgesamt wurden die Feuerwehren im Altmarkkreis bis 21 Uhr 121 Mal zu Einsätzen gerufen. Dabei war die Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf mit allein 36 Alarmierungen betroffen, gefolgt von der Einheitsgemeinde Gardelegen mit 25, der Einheitsgemeinde Arendsee mit 19, der Einheitsgemeinde Salzwedel mit 17, der Einheitsgemeinde Kalbe (Milde) mit 14 und der Einheitsgemeinde Klötze mit 10 Alarmierungen“, erklärte das Presseteam des Altmarkkreises Salzwedel in einer Mitteilung.

Schäden entstanden aber auch an vielen Häusern, weil Dächer durch Windböen abgedeckt wurden. Am schlimmsten traf es eine Familie in Arendsee, deren Haus von einem umstürzenden Baum stark beschädigt wurde.

Viel zu tun hatten die Techniker der Avacon, da „Xavier“ massive Stromausfälle verursachte. „Die Zahl der Sromausfälle ist enorm. In Sachsen-Anhalt waren rund 100 000 Haushalte zeitweise ohne Energie“, erklärte Ralph Montag, Pressesprecher der Avacon, am Freitag auf Volksstimme-Anfrage.

Die Abarbeitung der Schadensmeldungen sei am Donnerstag bis zum Einbruch der Dunkelheit durch Avacon-Personal sowie von dem vom Energieversorger zusätzlich beauftragten Dienstleistungsunternehmen erfolgt. „Im Dunkeln hätte es für unsere Einsatzkräfte keinen Sinn gemacht, in den Wäldern herumzulaufen. Das wäre einfach zu gefährlich. Wir haben, so schnell es ging gearbeitet, denn hinter jeder Störungsmeldung verbergen sich schließlich unsere Kunden“, sagte Ralph Montag.

Aufgrund der Vielzahl an Ausfällen waren aber auch am Freitag noch mehr als 30 Orte in der westlichen Altmark ohne Strom. Erst in den Nachmittagsstunden kam die Energie dort nach und nach wieder, sodass manche Einwohner insgesamt mehr als 24 Stunden von der Versorgung abgeschnitten waren.

Durch umgestürzte Bäume gab es auch Unfälle. Eine 40-jährige Fahrerin eines Ford Fiesta war auf der Straße An der Warthe aus Richtung Salzwedel in Richtung Kreisverkehr B 248/L 8 unterwegs. Etwa 300 Meter vor dem Kreisverkehr stürzte ein Baum aufgrund von Windböen unmittelbar vor den Pkw auf die Fahrbahn, sodass der Zusammenstoß unvermeidbar war.

Glück im Unglück hatte der Fahrer (41) eines Ford Focus, als er die B 71 von Mahlsdorf in Richtung Winterfeld befuhr. Plötzlich fiel ein Baum auf das Auto. Die Frontscheibe, die vorderen Kotflügel, die Motorhaube und das Dach wurden beschädigt. Das Auto war nicht mehr fahrbereit, der Schaden beträgt rund 4000 Euro. Ein Abschleppdienst wurde angefordert, der Baum von der Feuerwehr Mahlsdorf weggeräumt.

Ein 16-jähriger Radfahrer wurde in Arendsee verletzt. Er fuhr auf der Lindenstraße zwischen der Sauna und dem Bootsanleger Queen, als ein Baum umstürzte. Ein stärkerer Ast traf den Jugendlichen an der rechten Schulter. Er wurde ins Altmark-Klinikum Salzwedel gebracht, konnte dieses aber nach ambulanter Behandlung verlassen.