Müll

Entsorgen der Gelben Säcke: Lösungen für Arendsee und Ortsteile gefunden

Das seitens der Arendseer Stadtverwaltung angekündigte Einrichten von Sammelplätzen für Gelbe Säcke ist umgesetzt worden. So gibt es in Lüge eine Lösung. Außerdem wurden in Einzelfällen Kompromisse gefunden. So sehen diese aus:

Von Christian Ziems 23.07.2021, 11:19
Es gibt auch Sammelplätze, die freiwillig genutzt und regelmäßig gepflegt werden.
Es gibt auch Sammelplätze, die freiwillig genutzt und regelmäßig gepflegt werden. Fotos: Christian Ziems

Arendsee - Müssen einige Einwohner künftig etwas weitere Wege in Kauf nehmen, damit ihr Abfall ordnungsgemäß abgeholt wird? Diese Frage stellt sich seit einigen Wochen in der Einheitsgemeinde Arendsee. Hintergrund: Der neue Entsorger für Gelbe Säcke, Recyclinghof Farsleben GmbH, verweist auf Vorschriften. Dies hat Folgen. Einige Straßen wurden nicht mehr vollständig befahren. Gelbe Säcke blieben liegen. Dies sorgte für Ärger bei den Einwohnern. Die Stadtverwaltung hatte reagiert und am Birkenhain Schilder mit der Aufschrift „Anlieger frei“ angebracht. Seitdem fahren dort wieder die Lkw, mit denen Gelbe Säcke abtransportiert werden. Auch in anderen Bereichen wurden inzwischen Lösungen gefunden.

Denn teilweise ist ein Wenden, wie bei einigen Gebäuden in Lüge, nicht möglich. Abhilfe können Sammelplätze schaffen, die besser erreichbar sind. Das Unternehmen – es ist seit dem 1. Januar für die Gelben Säcke zuständig – pocht auf die Gesetze. Darum war in Lüge ein Sammelplatz im Gespräch. Wie Annette Wolter, Sachgebietsleiterin (Ordnungsamt), bestätigte, wurde dieser inzwischen eingerichtet. Und zwar in Absprache mit dem Altmarkkreis Salzwedel.

Gesprächsbedarf über die Zukunft gab und gibt es auch in anderen Orten. Dazu gehört der Gollensdorfer Postweg in Arendsee. Dort wurden seitens der Firma ebenfalls eine fehlende Wendemöglichkeit sowie der schlechte Straßenzustand angemahnt. Erstmal läuft aber alles wie gewohnt. In der Vergangenheit gab es innerhalb der Bevölkerung immer wieder Unverständnis, aber weder die Stadt noch der Altmarkkreis sind verantwortlich. Die Firma hatte die Ausschreibung für sich entschieden. Daran könne nichts geändert werden.

Sammelplätze bleiben ein Thema

Somit müsse mit der aktuellen Situation umgegangen werden. „Es wird nach Recht und Gesetz gehandelt. Alles muss seine Ordnung haben“, so Annette Wolter. Nicht immer läuft es auf Sammelplätze hinaus. Es gibt in Einzelfällen auch andere Lösungen. Ein Beispiel nannte die Sachgebietsleiterin: Von der bewohnten einstigen Kläranlage nahe Thielbeer werden die Gelben Säcke zu einem Weg gebracht und dort seitens des Entsorgers abgeholt.

Dass die Angelegenheit immer wieder Thema ist, beweist eine Diskussion vor einiger Zeit im Fleetmarker Ortschaftsrat. Dort kam die Frage auf, wer sich um die Sammelplätze kümmert. Denn folgendes Szenario ist denkbar: Gelbe Säcke bleiben liegen, da sich darin Abfall befindet, der aber dort keinesfalls hinein gehört. Bei zentralen Plätzen ist es nahezu unmöglich, den Verursacher zu finden. Der Arendseer Wirtschaftshof werde sich wohl mit darum kümmern müssen. Ein Problem sei auch die Pflege der dann genutzten Rasenflächen. Vielleicht könnten Anlieger das Gras kurz halten. Auf freiwilliger Basis gibt es dies bereits an einigen Stellen seit Jahren - auch vor der Gelben-Säcke-Diskussion.

Mehr Abfalleimer sind gewünscht

Einen Mehraufwand in Sachen Müll hat die Kommune seit Jahren zu verzeichnen. So werden unter anderem am Seeweg immer wieder Hausabfälle illegal in den Papierkörben entsorgt. Darum mussten zwischendurch Konstruktionen abgebaut werden. Es gibt aber auch Wünsche in den Dörfern. So plädiert der Höwischer Ortschaftsrat für einen Papierkorb an der Bushaltestelle, damit alte Fahrscheine nicht mehr auf dem Gehweg landen.

Beim Ziemendorfer Rat kam das Thema auch zur Sprache. Die Kommunalpolitiker möchten einen Papierkorb am Spielplatz haben, hieß es während der Sitzung am Dienstag. Dies werde in der Verwaltung geprüft. Die Konstruktion müsste regelmäßig vom Wirtschaftshof entleert werden. Auch wenn solch ein Behälter aufgestellt wird: Wie lange er stehen bleibt, ist offen. Sollte es verstärkt zu illegalen Entsorgungen kommen, bliebe nur der Abbau.

Ein übervoller Papierkorb am Seeweg: Die Behälter sind nicht für Hausmüll gedacht.
Ein übervoller Papierkorb am Seeweg: Die Behälter sind nicht für Hausmüll gedacht.
Foto: Christian Ziems