Salzwedel l Wo die beiden Epitaphe in der Mönchskirche einmal stehen sollen, das zeigt seit kurzem ein Ständer mit einem Foto Grabdenkmale, auf dem sich auch die Fördergeld-Geber präsentieren. Ein erster Schritt mit dem eine Odyssee für die aus verschiedenen Materialien gefertigten bis zu acht Meter hohen Kunstwerke enden soll. Sie stammen aus der kunsthistorischen Werkstatt Seck/Röttger aus Braunschweig, wie der Kunsthistoriker Bernd-W. Linnemeier ermittelt hat.

Die Stücke aus der Zeit der Renaissance von 1582 und 1592 wurden einst für Werner XVII. von der Schulenburg und für Albrecht IV. von der Schulenburg gefertigt und in der Klosterkirche zu Dambeck aufgestellt. Als diese 1977 wegen Baufälligkeit geschlossen werden musste, kamen die Epitaphe 1986 zunächst in die Marienkirche, später wurden sie dann in einer Scheune eingelagert, wo sie regelrecht vor sich hin rotteten und in Vergessenheit gerieten.

Finanzierung steht

Den beiden Herren von der Schulenburg wurde nicht von ungefähr die Ehre zuteil, mit solch kunstvollen Grabdenkmalen in der Klosterkirche geehrt zu werden. Sie waren zu jener Zeit Landeshauptmänner in der Altmark und als hohe Beamte mit Aufgaben in Verwaltung und Gerichtsbarkeit befasst. Somit vertraten sie direkt den Kurfürsten in der Altmark, erklärt Gerhard Ruff vom Vorstand des Fördervereins für die Rettung der Grabmale. Er freut sich, dass die Finanzierung für das Vorhaben steht, in das er und seine Mitstreiter bereits einen hohen Aufwand an Vorbereitung gesteckt haben.

Bilder

Über das Leader-Programm und damit aus dem Europäischen Fond für die ländliche Entwicklung (EFRE), von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, vom Land Sachsen-Anhalt und nicht zuletzt von privaten Sponsoren wird Geld für die Restaurierung bereitgestellt.

Dank an Schulenburgs

Einen wichtigen finanziellen Beitrag dafür, dass die Kunstdenkmale überhaupt noch saniert werden können, hat der Familienverband von der Schulenburg geleistet. Für die Erfassung, Sichtung und Zuordnung von Einzelteilen, sowie für den Transport und die von einer Fachfirma ausgeführte Begasung, um Schädlinge zu vernichten, steuerten sie 13000 Euro bei. Paul-Werner von der Schulenburg und sein Enkel Carl Maximilian sind auch Mitglieder im Vorstand des Vereins.

Um die Kunstwerke kümmerte sich zunächst ab 2010 die Hansische Gesellschaft Salzwedel mit dem Ziel, sie in der Heilig-Geist-Kirche aufzustellen, sah sich dann aber mit dem Umfang des Vorhabens überfordert. Damit sei eine dringend erforderliche Notsicherung verschleppt worden, schätzt Ruff ein. 2015 bildete sich dann eine Arbeitsgruppe mit verschiedenen Akteuren, aus der schließlich der Förderverein hervorging.

Die Mitglieder haben bereits Pläne, wie sie die Kunstwerke über die dauerhafte Ausstellung in der Mönchskirche hinaus einer breiten Öffentlichkeit präsentieren können. Dafür ist eigens ein Konzept erstellt worden, das auch Grundlage der Antragstellung für die Fördermittel war.

Große Rolle in der Geschichte

Die Landeshauptmänner hätten eine große Rolle in ihrer Zeit gespielt, die Geschichtsinteressenten aber auch Schulklassen nahegebracht werden könnte. Thematische Stadtführungen dazu, zur Kunsthistorie der Werke, zu ihren Erbauern und zur Geschichte derer von der Schulenburg seien denkbar. Eine Tragödie der Schulenburg`schen Familie, der sogenannte Brudermord von 1583, könnte einen zusätzlichen spannenden Aspekt dabei darstellen, erklärt Ruff weiter.

Es sei nicht ausgeschlossen, dass die Epitaphe einmal an ihren Ursprungsort in der Klosterkirche Dambeck zurückkehren. Deshalb sei zunächst mit der Stadt ein Aufstellen über 15 Jahre vereinbart worden. Momentan sei es allerdings aufgrund des baulichen Zustands des Gotteshauses im Kloster Dambeck undenkbar und unmöglich, die Kunstwerke dorthin zurückzubringen. Er sei sehr froh, dass die Stadt einer Aufnahme der doch recht wuchtigen Grabmale zugestimmt hat. Es gibt noch zwei weitere, die eigentlich dazugehören.

Eins, ein Sandsteinepitaph, befindet sich noch in der Klosterkirche Dambeck, und hat aufgrund dortiger Bauarbeiten bereits Schäden davongetragen. Das andere, ein Gemälde-Epitaph, hängt in der Kirche in Altensalzwedel.