Gemeinschaftsarbeitsplatz

Experte berät in Salzwedel zum Thema Coworking

In einer Gesprächsrunde im Bürgermeisterhof wurde thematisiert, wie Coworking in Salzwedel funktionieren kann. Die Grünen-Kommunalpolitikerin Cathleen Hoffmann hat den Stein dazu ins rollen gebracht.

Von Beate Achilles
Cathleen Hoffmann  vom Bündnis 90/Die Grünen (3. von links) im Bürgermeisterhof im Austausch zum Thema Coworking. Nicht nur junge Menschen zeigen sich daran interessiert.
Cathleen Hoffmann vom Bündnis 90/Die Grünen (3. von links) im Bürgermeisterhof im Austausch zum Thema Coworking. Nicht nur junge Menschen zeigen sich daran interessiert. Foto: Beate Achilles

Salzwedel - „Als ich die Coworking-Idee im April 2021 im Stadtrat vorstellte, gab es dagegen Vorbehalte und wenig Verständnis. Um das Konzept zu erklären und Fragen zu beantworten, haben wir deswegen diese Austauschrunde anberaumt“, leitete Cathleen Hoffmann (Bündnis 90/Die Grünen) das Treffen im Innenhof des Fachwerkhausensembles des Bürgermeisterhofes ein. Tobias Kremkau von der Coworkland-Genossenschaft, in der sich Betreiber solcher Angebote im ländlichen Raum zusammengeschlossen haben, war als Experte nach Salzwedel gekommen.

Er habe selbst mehrere bekannte Coworking-Projekte in Berlin hochgezogen. Kremkau erläuterte zunächst die Gründe, warum Coworking aktuell so gefragt sei: „Die Arbeitswelt hat sich durch die Digitalisierung verändert. Immer mehr Menschen arbeiten allein im Homeoffice – ob als Angestellte oder Selbstständige. Das hat den Bedarf an solchen Angeboten geweckt – auch auf dem Land.“ Jedes fünfte Coworking in Deutschland befinde sich derzeit in einem Ort mit weniger als 100 000 Einwohnern. „Anders als noch vor wenigen Jahren vorausgesagt, ziehen derzeit viele Menschen aus den Großstädten fort in ländlichere Regionen. Sie treiben die Nachfrage nach Coworking-Plätzen an“, ergänzt Cathleen Hoffmann.

Auch in Salzwedel stößt die Idee offenbar bereits auf Interesse. „Nach Presseberichten über die Pläne, im Bürgermeisterhof einen Coworking-Space einzurichten, hatten wir bereits Anfragen und positives Feedback“, berichtet Jacob Blödow vom Verein Bürgermeisterhof, der die historische Immobilie derzeit saniert und mit neuem Leben erfüllen will.