Salzwedel l Rund 1,2 Millionen Euro erhält das Altmark-Klinikum mit seinen beiden Krankenhausstandorten in Gardelegen und Salzwedel in diesem Jahr als Investitionsförderung vom Land. Sie sollen bereits im April zur Verfügung stehen, hat Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne angekündigt. Die kurzfristige und unbürokratische Auszahlung wirke sich zunächst positiv auf die Gesamtliquidität der Altmark-Klinikum gGmbH aus und fördere die flexible Handlungsfähigkeit in der jetzigen Corona-Ausnahmesituation, erklärt der Geschäftsführer der Salus Altmark Holding, Hans-Joachim Fietz-Mahlow, auf Anfrage der Volksstimme. „Zu berücksichtigen ist zugleich, dass diese Mittel ohnehin eingeplant waren und zweckgebunden einzusetzen sind“, ergänzt er.

Die Pauschalförderung, die sich je Krankenhausbett bemisst, beinhalte kleinere bauliche Maßnahmen und die Wiederbeschaffung kurzfristiger Anlagegüter wie zum Beispiel Medizintechnik und Instandhaltungen im stationären Bereich. Beispielsweise wurden im Altmark-Klinikum kürzlich neue OP-Tische daraus finanziert, erklärt er. Für langfristige Investitionen wie Neubauten oder grundlegende Sanierungsmaßnahmen, müsse beim Land eine Einzelförderung beantragt werden.

„Weitaus wichtiger für die wirtschaftliche Gesamtsituation im Jahresverlauf wird sein, wie sich die bundesgesetzlichen Regelungen zur Finanzierung der Krankenhäuser im Ausnahmezustand der Corona-Krise auswirken“, betont der Geschäftführer. Im aktuell vorgelegten COVID-19-Krankenhausentlastungsgesetz sehe er Ansätze, „die vorsichtig optimistisch stimmen.“ Die Geschäftsführung hoffe, dass der vom Bund versprochene Schutzschirm für alle Krankenhäuser schnell und unkompliziert umgesetzt wird. Fietz-Mahlow: „Alle Anstrengungen müssen darauf gerichtet sein, die Arbeits- und Zukunftsfähigkeit der Kliniken zu sichern.“

Notwendige Behandlung nicht verzögern

Leitende Ärzte des Altmark-Klinikums warnen unterdessen in einer Pressemitteilung die Menschen in der Region davor, medizinisch dringend notwendige Untersuchungen und Behandlungen aus Angst vor einer Corona-Infektion zu vermeiden oder zu verzögern. Sie haben festgestellt, dass selbst Patienten mit bedrohlichen Grunderkrankungen das Krankenhaus oder die Arztpraxen meiden. Es gebe zunehmend Terminabsagen, die nicht mit der Aussetzung planbarer Operationen zusammenhängen. „Die dadurch bedingten gesundheitlichen Gefahren sind weitaus größer als das Corona-Ansteckungsrisiko“, schätzt Dr. Uwe Lahnert, Ärztlicher Direktor des Krankenhauses Salzwedel ein. Die Patienten sollten die Verantwortung für die eigene Gesundheit nicht unterschätzen und sich gegebenenfalls in ärztliche Behandlung begeben. Wer sich unsicher ist, sollte den Rat eines Mediziners einholen.

Aufwändige Maßnahmen zum Schutz vor Infektion

In den Krankenhäusern Gardelegen und Salzwedel würden sorgsame und aufwändige Maßnahmen zur Infektionsprävention getroffen, hebt Dr. Michael Schoof, Ärztlicher Geschäftsführer des Altmark-Klinikums, hervor. „Dazu gehört in allen Bereichen auch die konsequente Abschirmung von Covid-19-Patienten und Verdachtsfällen von den anderen Bereichen. Es besteht nach menschlichem Ermessen kein erhöhtes Risiko, sich in der Notaufnahme oder auf einer Station anzustecken,“ erklärt der Facharzt für Innere Medizin, Geriatrie und Diabetologie.

Chronische Krankheitszustände könnten sich akut verschlechtern. Sie müssten dann ohne zeitliche Verzögerung behandelt werden. Dies gelte insbesondere für ältere Menschen mit chronischen Erkrankungen wie zum Beispiel Diabetes, chronische Atemwegserkrankungen und Herzschwäche.