Salzwedel l Auch im Tierpark ist es während der Corona-Krise sehr ruhig geworden. Nur Tiere und Pfleger sind noch auf dem Grundstück, Besucher müssen wegen des Kontaktverbots draußen bleiben. Meistens jedenfalls, denn in der Hinsicht wurde kürzlich eine Ausnahme gemacht – für Leute, die dem Park neue Unterstützung bieten wollen.

Mitglieder der Linke-Fraktion des Stadtrates trafen sich am Dienstag, den 28. April mit Tierparkleiter Jens-Olaf Schawe, um die Gründung eines neuen Fördervereins für den Tierpark zu besprechen. Der Anstoß kam auch von der Fraktion – im speziellen Antje Siegel-Reinhardt – der Verein soll aber ein politisch neutraler sein. Mitglieder sollen aus allen Richtungen kommen, nur „einer muss es ja anstoßen“, wie Gabriele Gruner sagt – in diesem Fall war das Die Linke.

Erster Verein schon in den 90ern

Siegel-Reinhardt wird auch die Vorgehensweise des Vereins ausarbeiten, die, wie sich herausstellte, keine ganz neue wird. Vor Ort erfuhr sie, dass schon seit den frühen 90er-Jahren ein Konzept besteht. Dies wurde bisher nie ganz umgesetzt, kann aber jetzt als Grundlage dienen. Auch die Idee eines Tierpark-Fördervereins ist nicht ganz neu, schon zur Wendezeit wurde einer gegründet. Bei diesem gab es jedoch Streitereien wegen seiner Verwendung der Geldmittel, weshalb der Stadtrat die Zusammenarbeit beendete.

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Der neue Verein setzt sich zum Ziel, aus dem Tierpark ein Schmuckstück der Stadt und einen Anlaufpunkt für ihre Bewohner zu machen. Dazu dienen Vorhaben wie die Reparatur und Sanierung der Gehege ebenso wie neue Anbauten: Etwa ein Kiosk als Ersatz für den 2010 niedergebrannten, Toiletten oder ein Café. So werden Besucher angehalten, länger zu bleiben als nur für einen kurzen Spaziergang – und vielleicht etwas Geld dazulassen, als Extra-Einnahme neben Haushalt- und Spendengeldern.

Weitere Einnahmen soll „Crowdfunding“ bringen – eine Spendensammlung über das Internet, um gezielt bestimmte Projekte zu finanzieren oder Patenschaften über Tiere zu übernehmen.

„Die Neuen sind schneller im Machen“, deutet Siegel-Reinhardt an, dass manche Vorhaben schneller umgesetzt werden könnten, als üblich. Viel ist laut Gabriele Gruner aber noch „Zukunftsmusik“. Zunächst ist eine Bestandsaufnahme des Tierparks nötig, anhand derer ein vollständiges Konzept ausgearbeitet werden kann.

Zudem muss der Verein erst einmal gegründet werden. Die Voraussetzungen dafür sind zumindest erfüllt: Die sieben Mitglieder, die dafür nötig sind, haben sich schon gefunden. Einen Termin für die Gründungsversammlung gibt es aber noch nicht, dies verhindert das Kontaktverbot. Sie soll daher zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden, wenn Versammlungen wieder erlaubt sind. Bis dahin werden weiterhin Freiwillige gesucht.

Wer sich ebenfalls im neuen Förderverein für den Tierpark engagieren will, kann sich dafür bei Gabriele Gruner unter der Telefonnummer 03901/42 38 98 melden.