Fleetmark l Einen Ausbau des Bahnübergangs in Fleetmark, und zwar ohne unterschiedliche Niveaus: Dies fordert die Fraktion Arendsee Land/Freie Liste. Wie so etwas angeschoben werden könnte, zeigt das Beispiel Pretzier (Einheitsgemeinde Salzwedel). Der dortige Bahnübergang auf der Bundesstraße 190 gehört ebenfalls zur Amerikalinie. Bislang gibt es dort Schranken.

Diskussionen in der Bevölkerung

Innerhalb der Bevölkerung sowie der Kommunalpolitik wurde immer wieder Unmut über die Folgen des Ausbaus für die Menschen vor Ort deutlich. Dazu gehört der Verweis auf Verzögerungen bei Rettungseinsätzen. Diese entstehen, wenn die Einsatzfahrzeuge vor den geschlossenen Schranken stehen. Die Bahn hat die Idee, das Problem in Pretzier mit dem Errichten einer Ober- oder einer Unterführung zu lösen. Dies hatte die Salzwedeler Stadtverwaltung im Sommer 2020 öffentlich verkündigt.

Doch es gibt noch weitere Bahnübergänge mit Schranken. Einer davon befindet sich direkt in Fleetmark, auf der Landesstraße 1. „Bei dem geplanten Zugaufkommen wird die Amerikalinie somit zu einer Mauer, die das Gemeindegebiet der Stadt Arendsee in zwei Teile trennt. Das hat nicht nur Folgen für die Einwohner und Gewerbebetriebe, sondern auch für die Feuerwehr und den Rettungsdienst“, erklärt dazu Stadtrat Björn Hartmann, Mitglied der Fraktion Arendsee Land/Freie Liste.

Planungen anschieben

In einer Pressemitteilung wird deutlich: Die Stadt soll sich beim Land (verantwortlich für die Straße L 1) sowie bei der Deutschen Bahn AG dafür einsetzen, dass die Planung für einen niveaufreien Bahnübergang im Bereich der Ortschaft Fleetmark in die Ausbaupläne für die bedeutsame Amerikalinie aufgenommen wird.

Die Fraktionsmitglieder wollen im Arendseer Stadtrat über das Thema sprechen. Dort soll die Verwaltung per Beschluss den Auftrag bekommen, der Bahn und dem Land die Forderung der Kommune deutlich zu machen. Ein entsprechender Antrag ist vorbereitet.

Die Fraktion erläutert in ihrer Mitteilung auch die Hintergründe, die zu den Schwierigkeiten beim Straßenverkehr führen. Die Bahnlinie Stendal/Uelzen (Amerikalinie) soll bis voraussichtlich 2027 vollständig zweispurig ausgebaut werden. Danach werden mehr Züge auf der Strecke unterwegs sein.

Die Kommunalpolitiker haben sich intensiv mit der Fleetmarker Situation beschäftigt und ausgerechnet: Alle fünf bis zehn Minuten werde es künftig eine Zugdurchfahrt geben. Bleibt der Bahnübergang wie er jetzt ist, würden sich die Schranken häufiger schließen.

Dies betrifft allerdings noch weitere Orte. Niveaugleiche Kreuzungsstellen von Straße und Schienen gibt es innerhalb der Einheitsgemeinde Arendsee zudem in Lübbars und im Bereich Rademin (zwei Stück).