Salzwedel l Madlen Bennua, Schülerin der 6. Klasse des Salzwedeler Jahngymnasiums, hat ihre Entscheidung bereits getroffen. Mit dem Beginn des neuen Schuljahres möchte sie Russisch als 2. Fremdsprache erlernen. „Ich glaube, Russisch liegt mir einfach besser als Französisch“, begründet die Gymnasiastin ihren Entschluss.

Elena Kudriantseva kann die Salzwedeler Gymnasiastin in ihrer Wahl nur bestätigen. Als Referentin des Russo-Mobils, einem Projekt zur Förderung der russischen Sprache und Kultur in Deutschland, wollte sie am Donnerstag bei ihrem ersten Besuch in der Hansestadt Schüler für das Erlernen der Sprache des größten Landes der Erde begeistern. Dazu gab es zunächst einen Film über Land und Leute.

Kleine Übungen zum russischen Alphabet

Bei den anschließenden kleinen Übungen mit dem russischen Alphabet und kleinen Sätzen hatten die Kinder sichtlich Spaß. Dennoch ließen sich so wie Jannik Hinspeter und Jonas Pufal viele der Gymnasiasten ihre Entscheidung bei der Fremdsprachenwahl zunächst noch offen. Aus gutem Grund. Schließlich gibt es eine ähnliche Veranstaltung auch noch für die französische Sprache.

Für das Russo-Mobil war es der erste Besuch am Jahn-gymnasium. Bislang hatten die Zehntklässler Informationsveranstaltungen für ihre jüngeren Mitschüler organisiert. Mit dem Mobil aus der Bundeshauptstadt sollten neue Wege bei der Begeisterung für eine Fremdsprache beschritten werden.

„Über mehrere Schuljahre hinweg gesehen ist die Zahl der Schüler in jeweils zwei Klassen für Russisch und Französisch am Gymnasium sehr ausgeglichen“, sagte Russischlehrerin Michaela Hille im Gespräch mit der Volksstimme. Insgesamt stehen an der Bildungseinrichtung derzeit fünf Russischlehrer zur Verfügung.

Einen anderen Kulturraum erschließen

Besondere Vorteile für das Russische sieht Michaela Hille insbesondere in dem anderen Kulturraum, den sich die Schüler so erschließen können. Schließlich gehören Englisch und Französisch beide zum westeuropäischen Bereich, während Russisch als slawische Sprache in vielen osteuropäischen Ländern gesprochen oder zumindest verstanden wird.

Ein wichtiger Schritt bei der Motivation für eine neue Fremdsprache sind zudem Schulpatenschaften in die betreffenden Länder. Hier hofft das Jahngymnasium über eine neue Kollegin im kommenden Schuljahr auf eine solche Zusammenarbeit mit einer Bildungseinrichtung in Russland. Da liegt es durchaus im Bereich des Möglichen, dass die heutigen Sechstklässler in wenigen Jahren ihre Sprachkenntnisse bei russischen Freunden anwenden können.

Weitere Informationen zum Russo-Mobil gibt es auf der Internetseite http://www.russomobil.de/.