Salzwedel l „Wir sind beim nächsten globalen Streik mit dabei, weil der Klimapakt der Bundesrepublik bei uns Empörung ausgelöst hat. Denn er wendet sich gegen den Stand der Wissenschaft“: Das sagen Jannik Brunke und Leah Schönwald von der Salzwedeler Friday-for-Future-Gruppe. Die Demonstration findet am Freitag, 29. November, statt und steht unter dem Thema „Systemwechsel?!“.

Da die Fläche am Rathausturmplatz aufgrund des Weihnachtsmarktes nicht genutzt werden könne, gebe es diesmal Anfangskundgebungen an zwei Orten. Diese würden um 11.30 Uhr sowohl an der Mönchskirche als auch am Bahnhof beginnen. „Wir wollen damit für möglichst viel Aufmerksamkeit sorgen“, begründet Jannik Brunke. Experten würden Fakten und ihre Meinung darstellen. Aber auch die Teilnehmer – alle Altersgruppen seien willkommen – könnten sich äußern.

Kundgebung an der Mönchskirche

Die Demonstranten, die wohl von einer Trommlergruppe aus dem Wendland begleitet werden, vereinen sich nahe des Neuperver Tores, um gemeinsam über Schiller-, Thälmannstraße, Karl-Marx-Straße, Schäferstegel, Wall-, Neuperver- und Burgstraße zurück zur Mönchskirche zu gehen. Dort werde es auch die Abschlusskundgebung geben. „Wir sind klimafreundlich zu Fuß unterwegs, haben Lautsprecher dabei, deren Akkus von Solarzellen aufgeladen worden sind“, beschreibt Jannik Brunke.

„Wir wollen vor der UN-Klimakonferenz in Madrid deutlich machen, dass die junge Generation auf der Straße ist und auch bleibt, um weiter für eine Zukunft zu kämpfen, die für möglichst viele Generationen lebenswert ist“, sagt Leah Schönwald. Im Unterschied zur Anti-Atombewegung habe die Klimabewegung nicht mehrere Jahrzehnte Zeit, um ihre Ziele umzusetzen, gibt Jannik Brunke zu bedenken.

Weitere Aktionen geplant

Die Salzwedeler Ortsgruppe habe innerhalb der vergangenen acht Monate nicht nur Streiks organisiert, sondern auch Bildungsveranstaltungen für Schüler, Müllsammelaktionen, wissenschaftliche Vorträge und die Schrittzähleraktion angeboten. Weitere Aktionen seien geplant, um zu zeigen, welche lokalen Möglichkeiten es gebe, klima- und umweltfreundlich zu handeln. „Warum gibt es noch keine Rufbus-App?“, fragt Jannik Brunke.

Die Jugendlichen sagen aus eigener Erfahrung, dass es nicht möglich sei, komplett nachhaltig zu leben. „Aber wir sollten wenigstens das machen, was möglich ist“, fordert Leah Schönwald. Sie selbst habe, seitdem sie sich mit dem Thema Klimaschutz intensiver beschäftige, entdeckt, „wie cool Minimalismus ist“. Jannik Brunke verweist darauf, dass er vom Elternhaus her umweltbewusst erzogen sei. „Ich habe den Konsum von Tierprodukten minimiert“, sagt er.