Salzwedel l Lisa Plönnigs ist super vorbereitet. Ohne jede Scheu erklärt die Schülerin der Lessing-Schule das Konzept des „Biolädchens“. Sie ist die „Chefin“ des Teams der Cafeteria im Nebengebäude der Schule. Mit ihren Mitschülern bereitet sie jeden Tag frische Snacks zu. „Wenn jemand zum Beispiel sein Pausenbrot vergessen hat, dann kann er sich hier ein Baguette kaufen“, erklärt Lisa.

Zwei Kategorien werden bewertet

Von einem Supermarkt aus der Nachbarschaft erhält die Schule einmal pro Woche eine Kiste mit frischem Obst und Gemüse. Jeden Tag steht etwas anderes auf der Speisekarte. Das „Biolädchen“ ist dabei nur eines von vielen Projekten der Ganztagsschule, die sich am Donnerstag präsentiert.

Denn zu Gast ist eine Jury unter Leitung der Serviceagentur „ganztätig lernen Sachsen-Anhalt“. Die Agentur arbeitet mit dem Bildungsministerium zusammen und kümmert sich um den Bereich Ganztagsschulen. Um dieses Konzept weiterzuentwickeln, hat die Agentur zu Beginn des Schuljahres den Wettbewerb „siGn - stark im Ganztag“ ins Leben gerufen.

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Leiterin der Jury – sie setzt sich aus Pädagogen und Elternvertretern zusammen – ist Melanie Peter. Sie arbeitet als Projektleiterin bei der Serviceagentur. Die Lessing-Ganztagsschule ist eine von 21 Schulen aus Sachsen-Anhalt, die am Wettbewerb teilnehmen. „Wir bewerten zwei Kategorien“, beschreibt Melanie Peter den Ansatz. Einerseits stehe die sogenannte Lernkultur, andererseits die Schulkultur im Fokus.

Lob für die Lessing-Schule

„Bei der Lernkultur schauen wir, ob individualisiertes Lernen ermöglicht wird. Bei der Schulkultur dreht sich es eher darum, wie Schüler ihre individuellen Bedürfnisse im Schulalltag ausleben können“, sagt die Serviceagentur-Mitarbeiterin. Ziel sei es, so viele Anregungen wie möglich von jeder teilnehmenden Schule zu sammeln. Am Ende sollen alle, ob sie gewinnen oder nicht, von dem Wettbewerb profitieren.

Dass auf die individuellen Bedürfnisse ein großer Wert gelegt wird, dürfte den Besuchern jedenfalls nicht entgangen sein. Besonders beeindruckt zeigen sich die Gäste von den Sprachklassen. Angesichts von 18 Nationen, die an der Schule vertreten sind, sind sie nicht wegzudenken. Aber auch die Berufsberatung und die Schulsozialarbeit findet bei den Juroren Anklang.

Entscheidung im September

Kein Wunder also, dass die Lessing-Schule in den beiden Kategorien gut abschneiden könnte. Das deutet Melanie Peter nämlich schon einmal an. Positiv aufgefallen sei ihr dass „hier viele außerschulische Partner beteiligt sind. Individuelle Lernformen haben auch einen großen Stellenwert.“

Insgesamt sei die Atmosphäre sehr freundlich und locker. „Wir als Jury hatten das Gefühl, dass sich niemand auf dem Erreichten ausruht. Es findet eine stetige Weiterentwicklung statt“, konkretisiert sie den Eindruck, den sie beim Rundgang erhalten hat. Ob es für die Lessing-Schule am Ende reicht, um zu gewinnen, steht noch nicht fest. Erst im September wird der Gewinner in Halle bekanntgegeben.