Salzwedel l Naturidylle im Grünen Band: Wo einst Grenzer auf Posten standen und ihren wachsamen Blick schweifen ließen, bestimmt heute die Natur das Geschehen. Der ehemalige Grenzturm zwischen dem altmärkischen Seeben und dem niedersächsischen Luckau gehört zu den letzten Zeugen der deutsch-deutschen Grenze. Unmittelbar am einstigen Todesstreifen gelegen, war er bis 1989 Teil der umfangreichen Sperranlagen und diente der Überwachung des Grenzabschnittes nordwestlich von Salzwedel.

Heute steht das Symbol der deutschen Teilung im Grünen Band, bietet aber leider einen eher desolaten Eindruck. Dabei haben erst zum 1. November der Altmarkkreis Salzwedel und der Trägerverbund Burg Lenzen als Koordinator eine neue Kooperationsvereinbarung zur weiteren touristischen Erschließung des Gebietes unterzeichnet. Diese gilt zunächst bis zum 31. Oktober 2020. Welche Rolle der Seebener Grenzturm dabei spielen könnte, ist momentan allerdings noch völlig offen.

Turm in privater Hand

„Das Gebäude befindet sich in privater Hand. Damit hat unser Verein keinen direkten Einfluss auf die Planungen des Eigentümers“, bedauerte Dieter Leupold, Koordinator des Trägervereins Burg Lenzen. Dass die sogenannten B-Türme durchaus eine sinnvolle Zukunft haben können, zeigt ein ähnliches Bauwerk bei Dahrendorf. Dort plant der ebenfalls private Besitzer unter anderem, Schulklassen den Zugang zu ermöglichen. So soll den Schülern ein Gefühl für die Zeiten der deutsch-deutschen Teilung vermittelt werden.

Einen Ausflug ist der Seebener Turm jedoch schon allein auf Grund der schönen Natur in jedem Falle wert. Das kommende Wochenende bietet mit bestem spätherbstlichen Wetter die besten Voraussetzungen dafür.