29. Nysmarkt

Heimische Akteure bereichern das Fest

Sie proben manchmal ein ganzes Jahr für den einen großen Auftritt. Und für das Programm des Nysmarktes in Salzwedel sind sie unverzichtbar.

Salzwedel l Ohne ihren Einsatz wäre auf den Bühnen des Nysmarktes sehr wenig los: Zahlreiche Gruppen aus Salzwedel und Umgebung bereicherten am Wochenende das Programm des Stadtfestes und warben damit auch für sich selbst.

So wie die Fanfarengarde, die erst im Sommer den Landesmeistertitel errungen hatte. Die Musiker weckten am Sonnabend die Stadt und wurden anschließend von Bürgermeisterin Sabine Blümel für ihr Engagement mit einer kleinen Finanzspritze belohnt.

Tambourmajorin Julia Förster berichtete im Gespräch mit der Volksstimme, dass die Gruppe derzeit aus rund 30 Mitgliedern besteht, die sich mehrmals in der Woche am Seelenbinder-Stadion zu den Proben trifft. „Das sind ja keine Trompeten, sondern Fanfaren“, klärte sie auf, dass die Bläser auf die bekannten Pumpventile verzichten müssen.

Es mache allen Musikern viel Spaß, ihre Stadt zu vertreten, betonte Förster. Deshalb sei auch der Nysmarkt ein wichtiger Bestandteil des Jahreskalenders.

In die Vorbereitung der jüngsten Landesmeisterschaft hatte die Gruppe zuletzt viel Arbeit gesteckt. „Das war ganz schön hart“, berichtete die Tambourmajorin. Dass sich die Arbeit gelohnt hatte, konnten die Salzwedeler dann auch am Wochenende beobachten.

Musikalisch sind auch die Chöre der Hansestadt nicht mehr aus dem Nysmarkt Programm wegzudenken. Beim Chorfestival am Sonntagnachmittag sangen der Shantychor „Die Jeetze Sänger“, der Salzwedeler Frauenchor und der Männerchor Harmonie vor großem Publikum am Rathausturmplatz.

„Wir würden uns immer über Nachwuchs freuen“, berichtete Rita Schliekau, Vorsitzende des Frauenchores, dass der Auftritt beim Nysmarkt natürlich auch zur Eigenwerbung genutzt werde. Montags ab 18.30 Uhr proben die Sängerinnen bei der Wobau an der Holzmarktstraße. Probesingen sei dort jederzeit möglich, sagte Schliekau, ehe es schon auf die Bühne ging. Derzeit gehören 38 Frauen dem Chor an.

Auch die Jeetze Sänger sind für neue Mitstreiter offen, betonte der musikalische Leiter Klemens Behrendt. Der Shantychor hatte gerade sein Repertoire auf der Bühne vorgestellt. Mit Klassikern wie „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“ hatten die Sänger das Publikum schnell eingefangen. Jeden 2. Donnerstag im Monat probt der Chor im Saal des Schwarzen Adlers. „Wir sind immer bestrebt, auch wieder etwas Neues einzustudieren“, berichtete Behrendt.

Ständig geprobt wird auch bei den jungen Tänzern des Erdgas Carneval Club Salzwedel. Die Gruppen „Fantasy“ und „Rough Diamonds“ sind in der Hansestadt schon über Jahre bekannt. Viele kleine Tänzer werden im Training bei Irina Redekop – donnerstags ab 15 Uhr in der Turnhalle der Comeniusschule – an das Niveau der Älteren herangeführt. Mit elf Mädchen und Jungen war Redekopp am Wochenende von Bühne zu Bühne unterwegs. Über den Kuscheltiertanz, Fluch der Karibik bis hin zur rhythmischen Sportgymnastik wurde den Zuschauern allerhand geboten. „Jedes Kind kann bei uns vorbeikommen“, warb die Trainerin für ihre Gruppen.

Sie sind der Klassiker der Tanzdarbietungen auf dem Nysmarkt und weit über die Altmark hinaus bekannt. Doch die Fitschebeen können nicht nur Volkstanz perfekt, sondern sie sind auch im modernen Tanz zu Hause. Das bewiesen sie am Sonnabend mit ihrem Programm „Miami Nights“.

Doch die Gruppe bedrücken derzeit die Nachwuchssorgen, berichtete Thomas Ansgar Müller von der gleichnamigen Tanzschule. So würden sich die Tänzer am kommenden Sonnabend, 19. Oktober, freuen, wenn zwischen 10 und 12 Uhr viele Interessenten zum Probetraining in die Tanzschule, Schillerstraße 1a, kommen. Auch Musiker, die die Auftritte bereichern könnten, sind aufgerufen, dort vorbeizuschauen.

Auf dem Nysmarkt zeigten übrigens nicht nur die Fitschebeen ihr können. Rund 70 weitere Akteure ab drei Jahren bis „50 Plus“ aus der Tanzschule wirbelten zu spannenden Choreografien über die Volksstimme-Bühne.

So bereicherten viele weitere Künstler, wie Instrumentalisten der Musikschule oder heimische Bands, und die rührige Truppe der Stadtwache das große Fest im Zentrum der Hansestadt.