Spendenaufruf

Joris will auf Tour

Anja Reckleben aus Salzwedel will einen Transporter, der für ihren behinderten Sohn geeignet ist, und realisiert das über „Crowdfunding“.

Salzwedel l „Er lebt durch Erleben“, beschreibt Anja Reckleben ihren Sohn in einem Satz. Der 16-jährige Joris Michel hat ähnliche Interessen wie andere Jungen in seinem Alter: Er mag Videospiele, „Star Wars“, Wrestling, Fußball und besucht gerne Konzerte wie von „FeineSahneFischfilet“ oder „SWISS“, deren Logo auch auf seinem alten Rollstuhl prangt.

Doch besonders solche Besuche sind ihm allein nicht möglich, denn Joris lebt mit einer Lähmung aller vier Gliedmaßen – einer „Tetraspastik“ – sowie einem instabilen Rumpf. Seine Mutter Anja Reckleben will nun Geld sammeln, um einen Transporter zu finanzieren, der besser auf Joris’ Bedürfnisse eingestellt ist.

Geplant ist ein gebrauchter Transporter mit neuem Lift, damit Joris’ Eltern ihn und seinen Rollstuhl nicht mehr per Hand aus und in das Auto tragen müssen. Diese beiden Schritte sind schon abgeschlossen, im März soll außerdem eine Sitzbank und ein System zur Rollstuhlhalterung folgen.

Die Sammlung soll dafür dienen, die entstandenen Mehrkosten zu decken. Dazu hatte Reckleben eine Seite auf betterplace.me angelegt, auf der etliche Spendensammlungen – etwa für private Kunstprojekte, Schulfinanzierungen oder Tierbehandlungen – organisiert sind.

Spenden für die Aktion mit dem Motto Rollifahrer on Tour sind über Methoden wie Kreditkarte oder PayPal möglich. Unabhängig davon werden auch Überweisungen angenommen, manche Bekannte haben der Familie einfach Geld in den Briefkasten gesteckt, freut sich Reckleben.

Von den angestrebten 20.000 Euro sind seit Kampagnenstart am 13. November übrigens schon 5.619 Euro zusammengekommen, wie die Seite listet. Einzelspenden reichen von 5 bis 100 Euro. Aus anderen Quellen kamen zudem noch 740 Euro zusammen, gibt Reckleben an – also 6.329 Euro insgesamt (Stand 21. Dezember).

Mit dem Schritt einer solchen Kampagne habe sie aber lange gezögert, schildert Reckleben, denn: „Man will es ja irgendwo allein schaffen“. Als sie aber sah, wie andere Eltern schwerbehinderter Kinder mit einer ähnlichen Aktion Erfolg hatten, wollte auch sie diese „Kraft der Vielen“ nutzen.

Die Volksstimme hat übrigens nicht mit Joris direkt geredet, weil ihm das Reden schwer fällt. Seine Mutter beschreibt die Situation so, „dass er zwar in seinem Kopf ganz viele Ideen hat“ – er sei zum Beispiel sehr an Geschichte interessiert – „aber sie nicht umsetzen kann“. Sprechen könne er nur in ruhigeren Momenten, oder über einen Computer. Diesen weigere er sich aber, zu nutzen – „Er ist ein Teenager, ne“, scherzt seine Mutter.

Wer keine Möglichkeit zur Online-Überweisung hat oder nutzen möchte, kann auch direkt überweisen, unter der IBAN DE90 5001 0517 5529 0354 35, Bank ING-DiBa, Kontoinhaber Joris Michel Reckleben.