Diesdorf l Bald ist es soweit: Am 30. März wird der neue Diesdorfer Jugendclub offiziell eingeweiht. Die Arbeiten befinden sich quasi auf der Zielgeraden.

Der Raum zum Denken – hier werden die Jugendlichen gemeinsam mit Jugendclub-Leiter Torsten Neumann über die inhaltliche Arbeit und Vorhaben diskutieren – lädt bereits zum Verweilen ein. Jetzt ist auch der extra dafür angefertigte Tisch aufgestellt. Für die Handarbeit zeichnen junge Leute aus Iran, Nigeria, Afghanistan, Tschetschenien, Eritrea, Mali und der Türkei verantwortlich, die derzeit an einer Flüchtlingsintegrationsmaßnahme (FIM) des Bildungsverbundes Handwerk der Altmark teilnehmen.

„Wir dürfen mit ihnen gemeinnützige Arbeit machen“, schildert Hans-Hermann Willmerding, Koordinator von FIM. Wenn sich die Gelegenheit biete, dass das Entstandene längerfristig genutzt werde, sei das um so schöner.

Jugendliche helfen Jugendlichen

„Mein Gedanke war es, dass es funktionieren könnte, wenn Jugendliche für Jugendliche etwas machen. Deshalb bin ich auf Bildungsträger in der Region zugegangen mit der Frage, ob sie uns unterstützen könnten“, erinnert sich Torsten Neumann. Er sei auf offene Ohren gestoßen.

Die Ergebnisse – Metallarbeiten seien von jungen Leuten des Jugendförderungszen- trums Gardelegen angefertigt worden, Holzarbeiten von Flüchtlingen aus Salzwedel – hätten ihn sehr beeindruckt. Er sei sehr dankbar für die Unterstützung.

„Holz ist unser Hauptbetätigungsfeld“, beschreibt der fachliche Anleiter Steve Mewes. Da die Maßnahme nur ein halbes Jahr laufe, seien die ersten Arbeiten mit anderen jungen Leuten erfolgt. Die jetzige Truppe habe sie zu Ende geführt.

Genauigkeit ist gefragt

„Genauigkeit und sauberes Arbeiten, das war das Schwierigste. Hinzu kommt, dass noch nicht alle die deutsche Sprache beherrschen“, erklärt Steve Mewes. Für die Tischplatte sei ein Kiefernstamm verwendet worden, für die Füße sei es Fichtenholz gewesen. „Alles in Handarbeit“, fügt der fachliche Anleiter hinzu.

Als die jungen Leute mit ihren Betreuern am neuen Tisch zum Dankeschön-Kaffeetrinken Platz nehmen, ist ihnen der Stolz anzusehen: Sie haben etwas hergestellt, das weiter benutzt wird. Und das sich sehen lassen kann.

Raum zum Denken

„Hier im Raum zum Denken wird künftig auch einmal im Monat Unterricht stattfinden. Dann werden zwölf Schüler aus der Sekundarschule Dähre hier sein und sich mit anderen Kulturen beschäftigen“, erzählt Torsten Neumann. Die Gelder für das Fortführen dieses Projektes seien bewilligt.

Aber auch die regulären Besucher des Jugendclubs – zum festen Kern würden derzeit 16 junge Leute gehören – würden sich künftig hier austauschen und eigene Ideen entwickeln, ist sich der Clubleiter sicher.

Er ist nicht nur dem Gemeinderat dankbar, der einen Großteil der Gelder für den neuen Treffpunkt zur Verfügung gestellt hat, sondern auch vielen Sponsoren. Zweitgenannte hätten mit Sach- und Geldspenden zusammengerechnet etwa 10 700 Euro beigesteuert, berichtet Torsten Neumann.