Winterfeld l „Es hat bei uns etwas länger gedauert, bis wir eine Jugendwehr hatten. Nur schlappe 112 Jahre“, sagt Winterfelds Ortswehrleiter Alexander Polzin augenzwinkernd mit dem Verweis auf das Alter der schnellen Truppe. Doch er sei stolz darauf, dass es jetzt endlich soweit sei.

Die Idee habe beim Kameradschaftsabend im Vorjahr im Raum gestanden, erinnert sich Jugendwart Philip Büttner. Der 24-Jährige hatte zuvor die Kinderfeuerwehr in Fleetmark geleitet und war nun nach Winterfeld umgezogen. Eine Jugendwehr aufbauen? Abgeneigt war der junge Mann nicht: „Das mache ich sehr gern.“

Schüler fragen nach

Eigentlich wollte es Philip Büttner ruhig angehen lassen. Doch er hatte die Rechnung nicht mit Markus Rieseberg und Johannes Wotapek gemacht. „Die beiden Schüler haben immer wieder nachgebohrt, wann die Jugendwehr endlich startet. Da konnte ich nicht anders“, erzählt er während des Dienstes im Winterfelder Gerätehaus. Per 1. Januar dieses Jahres sei die Nachwuchstruppe gegründet worden.

„Am Anfang waren es vier Jugendwehrmitglieder, jetzt sind es fünf. Das Signal von einem Sechsten, der gern mitmachen möchte, habe ich bekommen“, erzählt Philip Büttner, der selbst als Elfjähriger in die Nachwuchstruppe eingetreten war und sich dort das erste Wissen angeeignet hat. Das liege jetzt 13 Jahre zurück, denkt der Aktive laut nach.

Knoten werden gelernt

Er merkt, die Jungs – auch Mädchen sind willkommen – haben richtig Lust aufs Mitmachen. „Sie haben mit angepackt beim Einsammeln der Tannen fürs Weihnachtsbaumverbrennen“, blickt der Jugendwart zurück. Heute stehe Geräte- und Knotenkunde auf dem Programm. Dabei gibt Philip Büttner sein Wissen nicht nur an die Kinder weiter, sondern auch an Jenny Niemeyer, die den Jugendwart beim Betreuen des Nachwuchses unterstützt. Die junge Frau ist im Dezember in die Wehr eingetreten und wird in einigen Tagen selbst mit dem Grundlehrgang beginnen. Da ist sie neugierig auf jeden Handgriff, den sie sich jetzt schon abgucken kann. „Wenn es mehr Mitglieder werden, steht auch Christin Gaede zur Verfügung, bei der Ausbildung zu helfen“, blickt Philip Büttner voraus.

Markus Rieseberg ist froh, dass es endlich die Jugendwehr gibt. „Ich möchte später Menschenleben retten. Da muss man etwas Grundwissen haben“, sagt der Elfjährige. Dass die Aufgabe als Feuerwehrmann nicht ungefährlich ist, wisse er aus Erzählungen in seiner Familie: „Mein Urgroßvater ist bei einem Einsatz gestorben. Er wollte helfen.“ Den Unterricht, den die Betreuer machen, finde er sehr locker. Da gebe es immer mal wieder eine Überraschung.

Vom Bruder "angesteckt"

Jan Richartz fand über einen Kumpel den Weg zur Jugendwehr. „Ich dachte, das macht Spaß. Und es ist wirklich so“, sagt der 13-Jährige und fügt hinzu: „Schade, dass wir uns nur alle zwei Wochen treffen.“ Mit seinen Erzählungen hat er auch seinen Bruder Tom (10) „angesteckt“, der ebenfalls mit Begeisterung dabei ist. „Wir haben schon mit Schläuchen gekegelt. Das hat Spaß gemacht“, berichtet Tom. Zur neuen Truppe gehören zudem Johannes Wotapek und Jonas Rühlmann, die diesmal entschuldigt fehlen. Schließlich sind Winterferien.

Dann geht es wieder um Kreuzknoten, Mastwurf, Schotenstich und Zimmermannsschlag. Hier macht Übung den Meister. Welches Thema beim nächsten Dienst am 22. Februar ab 14 Uhr im Gerätehaus im Mittelpunkt stehen wird, weiß Philip Büttner noch nicht genau. „Aber es wird wieder spannend sein“, macht er neugierig und würde sich freuen, wenn weitere 10- bis 17-Jährige den Weg zur Winterfelder Jugendwehr finden. „Wir werden am 30. April beim Maibaumaufstellen mit dabei sein. Und am 1. Mai um 14 Uhr soll unsere Truppe offiziell vorgestellt werden. Dann wollen wir zeigen, was wir schon drauf haben“, blickt der Jugendwart voraus.