BUND will Lücken in Abschnitt bei Arendsee schließen / Erste Aktionen im Dezember

Kiefern und Äcker zerstückeln Grünes Band

Von Marco Heide

Ackerbau und Kiefernbewuchs haben große Teile der ehemaligen Grenze nördlich von Arendsee verschlungen. Der BUND will diese Lücken im Grünen Band bis 2017 schließen und das Naturdenkmal für Mensch und Tier wiederherstellen.

Ziemendorf l Das Grüne Band ist Biotop und Mahnmal zugleich. Doch nicht alle der 1393 Kilometer entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze sind noch intakt. Eine aktuelle Erhebung des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) hat ergeben, dass 13 Prozent durch Bebauung und Landwirtschaft in Mitleidenschaft gezogen wurden. Ein Teilstück, für das das ebenfalls gilt, ist der 20 Kilometer lange Abschnitt vom geschleiften Dorf Jahrsau, über Kaulitz, Ziemendorf nach Bömenzien. Lediglich drei Kilometer Grenze sind noch an der Wirler Spitze erkennbar.

Mithilfe eines Pilotprojektes will der BUND diese Lücken im Grünen Band schließen. Eine Modellregion, die bei dieser Aktion gefördert wird, ist der beschriebene Abschnitt nördlich von Arendsee. Dieter Leupold, Projektleiter Grünes Band in Sachsen-Anhalt, erläutert die Probleme in dem Bereich: "Von Jahrsau bis zur Straße Schrampe-Schmarsau gibt es viele Lücken durch intensive Acker- und Grünlandnutzung. Östlich davon bis Bömenzien wächst das Grüne Band durch Kiefern zu." Teilweise seien Abschnitte, welche vor zehn bis zwölf Jahren offen waren, komplett zugewuchert, weiß Leupold und verweist darauf, dass bereits im Dezember die ersten größeren Maßnahmen starten sollen, um den Grenzstreifen zu entbuschen.

"Wir bereiten gerade die ersten Aktionen im Bereich Zießau und Bömenzien vor. Die großflächigen Entbuschungen können wir nicht selbst schaffen, diese nehmen Spezialfirmen vor", erklärt Dieter Leupold. Der Baumschnitt werde im Anschluss in Holzhackschnitzel verarbeitet und energetisch sinnvoll weiterverwertet, erläutert der Naturexperte.

Das Freilegen des Grenzstreifens ist aber nur ein Teil der Aktion Lückenschluss. Flächen, die von Bauern landwirtschaftlich genutzt werden, müssen getauscht oder gekauft werden. "Das ist ein recht langwieriger Prozess. Aber die ersten Gespräche haben wir bereits geführt", macht Dieter Leupold deutlich, dass sich etwas tut.

Das komplette Pilotprojekt läuft noch bis 2017. Dann sollen die 20 Kilometer Grünes Band zwischen Jahrsau und Bömenzien "wieder als Biotop für die Tiere nutzbar sein und als Denkmal an die friedliche Revolution in der DDR erinnern", nennt Dieter Leupold das Gesamtziel der Aktion.