BaumschnittKöpfen führt zum Tod

Die Baumschützer beobachteten in diesem Jahr, wie auf dem Gebiet der Einheitsgemeinde Arendsee Bäume radikal geköpft wurden.

Von Marco Heide 19.12.2016, 02:00

Arendsee/Salzwedel l „Das Kappen der Krone ist für den Baum tödlich, da die Pflanze dann von oben nach unten durchfaulen kann“, weiß Mirko Rieck von der Bürgerinitiative (BI) „Pro Baum“. Die BI schaute sich in diesem Jahr die Pflegemaßnahmen an öffentlichen Bäumen auf dem Gebiet der Einheitsgemeinde Arendsee an und dokumentierte aus ihrer Sicht die fehlerhafte Pflege. Das krasseste Negativbeispiel registrierten die Baumschützer in den Dörfern Rademin und Lüge. Dort verstümmelte eine Firma 82 Linden.

„Wir haben die Verwaltung in Arendsee auf die Missstände aufmerksam gemacht und gute, konstruktive Gespräche geführt“, bezeichnet Rieck das Problem als geklärt. Ihm und seinen Mitstreitern sei aber darüberhinaus wichtig, dass diese Art des Baumschnitts nicht im privaten Bereich und in anderen Kommunen Schule macht, weil sich andere auf den radikalen Schnitt in Lüge und Rademin beziehen.

Neben dem möglichen Absterben der Pflanze und dem Verstoß gegen gesetzliche Richtlinien sprechen aus Mirko Riecks Sicht weitere Aspekte gegen den radikalen Schnitt. Weil der Baum Energie benötigt, schießen junge Triebe mit großen Blättern aus dem Stamm. Diese Triebe bilden übergroße Blätter aus, und produzieren so schnell mehr Laub, als vor dem Schnitt. Außerdem wachsen diese dünnen Äste aus der Rinde und brechen bei Wind und Schneelasten leichter ab und stellen insbesondere an Straßen eine Gefahr dar.

Mirko Rieck empfiehlt, statt alle paar Jahre die Bäume radikal zu stutzen, sie kontinuierlich und behutsam zu beschneiden. Aus seiner Sicht ist dies auch nicht teurer, wenn man die Folgeschäden durch zu starken Rückschnitt mit berücksichtige. Außerdem sieht es viel ästhetischer aus, wenn keine kahlen Zahnstocher in den Orten herumstehen. Und zu guter Letzt kann der Baumfrevel richtig teuer werden.

Im Fall Arendsee haben Kommune und Bürgerinitiative mittels konstruktiver Gespräche eine gütliche Einigung erzielt. Gehe ein solcher Fall aber einmal vor Gericht, seien schnell zigtausende Euro Strafe fällig, erläutert Mirko Rieck. Damit es aber gar nicht erst zu einem solchen Verfahren kommt, wollen Rieck und seine Mitstreiter weiter auf Aufklärung setzen.