Salzwedel/Hannover l Anfang September haben Ermittler vom Magdeburger Dienstsitz des Zollfahndungsamtes Hannover in den Morgenstunden in Salzwedel mehr als 100.000 unversteuerte Zigaretten und 12.000 Euro Bargeld sichergestellt. Bei dem Einsatz soll auch ein Spürhund im Einsatz gewesen.

Jörg Meier, stellvertretender Presseprecher des Zollfahndungsamtes Hannover, bestätigte am Freitag Informationen der Volksstimme, dass bei dem Einsatz ein 35-jähriger Kroate in der Burgstraße in Salzwedel festgenommen wurde. Bei der Aktion handelte es sich um ein gemeinsames Vorgehen der Fahnder und der Staatsanwaltschaft Stendal. Erst am Donnerstag sind die Ermittlungen des Zollfahndungsamtes abgeschlossen worden.

Beschuldigter bereits im Visier

Den Beschuldigten hatten die Ermittler bereits seit mehreren Wochen im Visier. Sie werfen ihm vor, gewerbsmäßig Steuern beim Verkauf von geschmuggelten Zigaretten zu hinterziehen und so seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.

In der Nacht zum Dienstag, 5. September, schlugen die Fahnder in der Hansestadt zu. Kurz nachdem in der Nacht eine neue Zigarettenlieferung in Salzwedel eingetroffen war, durchsuchten die Ermittler das Wohnhaus des Verdächtigen und eine von ihm gemietete Garage. Dabei fanden sie mehr als 500 Stangen (100.000 Stück) Zigaretten der Marke L & M und dazu 12.000 Euro Bargeld. Das Geld hatte der Kroate vor dem Eintreffen der Zollfahnder in der Dachrinne versteckt. „Der mutmaßliche Zigarettenhändler wurde festgenommen und auf Anordnung des Amtsgerichts Salzwedel in Untersuchungshaft gebracht“, berichtet Jörg Meier auf Anfrage der Volksstimme.

Mit Qualität nicht zufrieden

Zwei Tage später landeten die Zollfahnder einen weiteren Coup. Am 7. September nahmen sie noch einen Abnehmer des Salzwedeler Zigarettenhändlers fest. Er wollte fünf Kartons (50.000 Stück) Zigaretten umtauschen, weil er mit der Qualität der gelieferten Ware nicht zufrieden war. Doch statt seines Lieferanten erwarteten ihn die Zollfahnder am vereinbarten Treffpunkt. Bei der anschließenden Durchsuchung seines Wohnhauses entdeckten die Beamten weitere 45.000 Stück unversteuerte Zigaretten und beschlagnahmten sie. Auch gegen diesen Mann, der nach Volksstimme-Informationen aus dem Bereich Klötze stammt, beschloss das Amtsgericht Salzwedel auf Antrag der Staatsanwaltschaft Stendal die Anordnung der Untersuchungshaft.

Jörg Meier bezeichnete die gefundene Zahl von mehr als 200.000 Zigaretten „als eine ordentliche Menge“. Vor allem mit Blick auf die Größe Salzwedels. Aus ermittlungstaktischen Gründen habe die Information der Presse erst jetzt erfolgen können. Und er machte darüber hinaus deutlich, dass durch den Kauf geschmuggelter, unversteuerter Zigaretten die Strukturen der organisierten Kriminalität unterstützt und gefestigt würden. Daneben gehen laut Meier die Konsumenten derartiger Zigaretten, die oftmals gefälscht sind und unter abenteuerlichen Umständen hergestellt werden, unkalkulierbare Gesundheitsrisiken ein.