Salzwedel l Aus unterschiedlichsten Gründen, altersbedingt oder wegen zu geringer Umsätze, schlossen zuletzt immer wieder Geschäfte in der Salzwedeler Innenstadt. Weitere werden nach Informationen der Volksstimme im Lauf dieses Jahres folgen. Doch wie kann die Hansestadt Salzwedel diesem Schwund begegnen? Welche Möglichkeiten haben Stadtverwaltung und Werbegemeinschaft, um dafür zu sorgen, dass Salzwedels Innenstadt für Kunden aus Stadt und Land weiter attraktiv bleibt?

Für Wirtschaftsförderin Kirsten Schwerin, Stadtsprecher Andreas Köhler und Jost Fischer (Vorsitzender der Werbegemeinschaft) ist das eine Aufgabe, die ihrer Ansicht nach nur gemeinsam – also mit Händlern und Einwohnern – positiv gestaltet werden kann, wie sie in einem Gespräch mit der Volksstimme zur aktuellen Situation immer wieder klarstellten.

Schauen, was wir haben

„Ein gesunder Lokalpatriotismus ist da nicht verkehrt“, spielt Stadtsprecher Andreas Köhler den Ball auch den Kunden, also den Einwohnern Salzwedels, zu. „Wir sollten viel mehr auf das schauen, was wir haben“, ergänzt Köhler seine Ausführungen dazu, dass die Einzelhändler nur überleben können, wenn die Einheimischen auch in den hiesigen Geschäften einkaufen.

Doch Köhler spricht auch klar von einem Kreislauf. Denn auf der anderen Seite sollten seiner Ansicht nach die Einzelhändler in der Werbegemeinschaft verstärkt zusammenarbeiten.

„Wo sind die Einzelhändler? Kommt zu unseren Versammlungen“, ruft Jost Fischer die Geschäftsinhaber auf, sich vermehrt zu beteiligen. „Dort können die Probleme artikuliert werden“, meint auch Köhler. Themen, die in der Gemeinschaft besprochen würden – zum Beispiel die Sondernutzungssatzung, die den Verkauf vor den Ladenlokalen regelt –, könnten dann an den Stadtrat und damit auch an die Verwaltung herangetragen werden. „Wir sind offen“, betonte der Stadtsprecher und kontert damit vereinzelte Vorwürfe von Händlern, die der Verwaltung mangelnden Einsatz für die Geschäftsinhaber bescheinigen.

Es gibt auch Positivbeispiele

„Wir werden nicht alles beleben können“, ist Köhler bei der Thematik allerdings auch Realist. Doch Kirsten Schwerin und Jost Fischer heben Positivbeispiele in der Innenstadt hervor. „Man braucht einen langen Atem und muss durchhalten können“, nennt Fischer als Beispiel den Bioladen an der Chüdenstraße. Kirsten Schwerin lobt das Konzept der Hansenbande in der Altperverstraße. „Eine gute Idee, bei der sich viele zusammengetan haben“, erklärt Schwerin.

Die eine zündende Idee für alle können die drei Gesprächspartner auch nicht nennen. „Wir haben ja schon viel versucht“, betont Jost Fischer. Während der jüngsten Sitzung der Werbegemeinschaft brachte er das Thema Gleitmiete abermals auf die Agenda. „Ein leerstehendes Haus kostet die Vermieter bares Geld“, sagt er und erklärt, dass in den kommenden Wochen gemeinsam mit der Stadt noch einmal das Gespräch mit Vermietern gesucht werden soll. Doch groß sind die Hoffnungen eher nicht. „Wir werden die Sache angehen“, sagt Fischer dennoch.

Das Konzept sogenannter Pop-Up-Stores, bei der Interessenten ihre Geschäftsidee für wenige Monate mietfrei in einem Laden testen können, sieht Fischer eher kritisch. „Da muss man auch den Aufwand dem Nutzen gegenüberstellen“, meint der Vorsitzende der Werbegemeinschaft.

Das Resümee für das Gespräch zieht Andreas Köhler mit einem kurzen Satz: „Einer allein kann es nicht machen.“ Dazu nennt der Stadtsprecher auch Händlerportale wie www.halloaltmark.de im Internet. Jost Fischer verweist auf den guten Start des Stadtgutscheins. Beides seien Beispiele für gute Zusammenarbeit. „Allein kann es keiner“, wiederholt sich Köhler.