Salzwedel l Nach längerer Diskussion im Sozialausschuss, der in der Perver-Grundschule tagte, zog Gabriele Gruner einen Antrag ihrer Fraktion wieder zurück. Die Linken hatten vorgeschlagen, dass die Stadtverwaltung die „Entstehung eines Schulgartenprojektes in der Gartenanlage Max-Adler-Straße in Salzwedel anstoßen“ solle. Stadtratsmitglied Marco Heide stellte die Idee dem Ausschuss als Gast vor. Bürgermeisterin Sabine Blümel merkte danach kurz und knapp an: „Die Flächen können wir gerne zur Verfügung stellen.“ Eine Mitarbeit der Verwaltung bei der Organisation des Projektes könne es aber nicht geben. „Das können wir als Stadt nicht leisten“, betonte Blümel.

Doch was schlug die Linken-Fraktion eigentlich genau vor? Auf dem Gelände der Kleingartenanlage an der Max-Adler-Straße stehen einige Parzellen hinter der Lärmschutzwand zur B 71/B 248 leer. Der Hansestadt gehören dort einige Grundstücke. „Die Stadt könnte den Entstehungsprozess moderieren“, meinte Marco Heide. Wie im Antrag beschrieben, solle die Verwaltung den Kontakt zwischen den Schulen der Umgebung – zum Beispiel Lessing-Ganztagsschule oder Pestalozzi, Kindertagesstätten, den weiteren Grundstückseigentümern und Vereinen, die als Träger für das Projekt in Frage kommen, herstellen. Genau dies lehnte Blümel ab.

Gegenwind der anderen Fraktionen

Weiteren Gegenwind bekam der Antrag von den anwesenden Ausschussmitgliedern und Angela Ritter-Hundt, Schulleiterin der Perver-Grundschule. Ritter-Hundt betonte, dass ihre Schule bereits einen eigenen Schulgarten habe. Außerdem sah sie ein „Zeitproblem“, denn bei den Grundschülern sehe der Sachkundeunterricht derzeit nur drei bis vier Wochenstunden vor.

Renee Sensenschmidt (Freie Fraktion) fragte nach, ob denn schon ein freier Träger sein Interesse für das Projekt geäußert habe. „Bisher nicht“, antwortete Heide. Daraufhin ergriff Christiane Lahne (SPD) das Wort. „Ich höre hier nur den Konjunktiv“, bescheinigte sie der Linken-Fraktion, dass das Anliegen „noch nicht ausgegoren“ sei. Sie monierte zudem lange Wege für die Schüler und merkte an, dass es ein Fach „Schulgarten“ derzeit an keiner Schule mehr gebe.

Heide gab nicht auf. „Es ist besser einen zentral zu haben, als dass jede Schule einen eigenen Schulgarten hat“, meinte er. Das sah Sabine Blümel genau andersherum. Sie plädierte für eigene Gärten, mit denen sich die Kinder viel besser identifizieren würden.

Daniel Schaefer (Land bis Stadt) fand die Idee „grundsätzlich super“, sah aber eher ein Personalproblem: „Wir haben jetzt schon nicht genügend Lehrkräfte“, erklärte er.

Kleine Lösung

Bevor Gabriele Gruner entschied, den Antrag zurückzuziehen, meldete sich Manjana Mertens (Berufene Bürgerin) zu Wort. Die Schülerin des Jahngymnasiums meinte, dass man das Projekt „nicht ganz groß“ anfangen müsse. „Ich kann mir eine AG am Jahn vorstellen“, sagte Mertens. Dies nahm auch Marco Heide auf, der nun noch das Gespräch mit der Lessing-Ganztagsschule suchen will. Dort hätte Schulleiterin Heike Herrmann bereits Interesse signalisiert. Stadtchefin Sabine Blümel betonte abermals: „Die Flächen sichere ich zu.“