Arendsee l Der Arendsee und etliche umliegende Flächen gehören zum Landschaftsschutzgebiet. Für Menschen bedeutet dies: Verschiedene Regeln gilt es zu beachten. Der Wechsel vom Oktober zum November bedeutet mit Blick auf die „Blaue Perle“ neben dem Monatswechsel auch der Beginn einer verschärften Schutzzeit. Dies ist keine neue Entwicklung, seit etlichen Jahren gibt es eine alljährliche Verschärfung der Vorschriften, die für einige Monate gelten. Das Krisenjahr 2020 macht dabei keine Ausnahme. Eine der wichtigsten Regeln: Das Surfen und Segeln (einschließlich Eissegeln) ist seit dem 1. November auf dem Arendsee nicht mehr gestattet. Erst ab dem 1. März dürfen diese sportlichen Aktivitäten wieder ausgeführt werden.

Vorschriften lassen sich digital abrufen

Zum Landschaftsschutzgebiet gehören weitere Einschränkungen. Die Details zu finden gestaltet sich etwas schwierig. Es gibt bunt gestaltete Flyer mit Erklärungen, die vom Altmarkkreis Salzwedel gedruckt wurden. Doch an diese zu kommen setzt etwas Mühe voraus. Der einfachste Weg ist der Digitale. Auf der Homepage des Altmarkkreises wird man unter dem Suchbegriff "Schutzgebiet Arendsee" fündig. Auf der Seite der Einheitsgemeinde spielen diese Informationen bislang allerdings keine Rolle.

Trotzdem sollen sich Einheimische genauso wie Besucher daran halten. Wenn ab dem 1. März auf und im Arendsee wieder mehr Sport betrieben werden darf, bedeutet dies aber kein Freifahrtsschein. Der Naturschutz steht oft an erster Stelle. Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Schilfgürtel. Es müssen von der Wasserseite aus immer mindestens 50 Meter Abstand gehalten werden. Im Bereich zwischen dem Strandbad Arendsee und der Steganlage Zießau sind es sogar 100 Meter. Hintergrund: Der Röhricht ist ein Rückzugsraum für verschiedene Vogel- sowie Fischarten.

Was den Bereich direkt am Seeufer angeht, gilt ein generelles Verbot für Wohnwagen und Zelte. Dieser Punkt hat gerade 2020 für viel Ärger gesorgt. Urlaubsalternativen nahmen aufgrund Corona insgesamt ab, der Arendsee rückte in das Blickfeld von Campern.

Mehr Ruhe an der Schwemme angestrebt

Diese wollten nicht immer auf den kommunalen Platz und dort bezahlen. Sie nutzten andere Bereiche und machten zum Beispiel auf der Pferdeschwemme nahe Zießau Urlaub. Dazu gehörten auch Partys sowie ebenfalls verbotene Lagerfeuer. Einheimische schlugen Alarm, Polizeieinsätze mit flüchtenden Campern gab es. Das städtische Ordnungsamt ist in die Problematik ebenfalls involviert und schob bauliche Veränderungen an. Eine Deichsperre – eine Mettalkonstruktion –soll direkt am Weg, der von der Verbindungsstraße zwischen Schrampe und Zießau zur Pferdeschwemme abzweigt, für Ruhe sorgen. Ob sich dieses System bewährt, wird die neue Saison zeigen.

Der Bereich ist auch weiterhin ausschließlich für Tierbesitzer und ihre Lieblinge vorgesehen. Für Badegäste gibt es das Arendseer Strandbad und darüber hinaus erlaubte Stellen, von denen es kostenfrei ins Wasser geht. Der Altmarkkreis Salzwedel hat dafür folgende Bereiche festgelegt: „Schramper Eck“, „An der Quelle“, „An der Kaskade“, „Wanderrast“ und die Badestelle in der Nähe des Dorfes Zießau. Darüber hinaus sollten die anderen Stellen der Natur zur Liebe in Ruhe gelassen werden.