Salzwedel l Ziemlich fassungslos beobachteten Anwohner wie Ende April im Burggarten die Säge angesetzt wurde. Vier Bäume fällten die Mitarbeiter der kommunalen Dienste im Auftrag der Stadt. Was war der Grund für die Arbeiten und warum erfolgten sie mitten in der Brutzeit?, fragten sich die Bürger. Denn eigentlich endete am 28. Februar die Periode, in der Fäll- und Schnittarbeiten vorgenommen werden dürfen. Drei Bäume seien abgestorben gewesen und einer drohte umzustürzen, erklärt Stadtsprecher Andreas Köhler auf Anfrage und begründet das Vorgehen mit der Gefahrenabwehr.

Hinweise und eine anschließende Baumkontrolle hätten ergeben, dass die Arbeiten unverzüglich erfolgen mussten. Köhler: „Dabei ist auch ein Verschieben der Maßnahme bis zum Ende der Schonzeit überlegt worden.“ Die Gefahrenlage habe jedoch unmittelbares Handeln erfordert.

Büsche entfernt

Auch ein großer Komplex an Büschen wurde entfernt. Viele Vögel nutzten sie als Brut- und Versteckmöglichkeiten. Die Sträucher seien bei den Fällarbeiten beschädigt worden, sodass sie entnommen werden müssten, erklärt Köhler. Vier neue Bäume sollen nachgepflanzt werden.

Auch wurde befürchtet, dass die Uhus, die im Burggarten leben, gestört werden könnten. Auf diesen möglichen artenschutzrechtlichen Konflikt ist die untere Naturschutzbehörde des Altmarkkreises über die Presse aufmerksam geworden. Daraufhin habe es eine Begehung von Mitarbeitern des Umweltamtes gegeben. Die Stadt habe im Nachgang die Fällarbeiten mit der drohenden Gefahr, die von den Bäumen ausging, begründet. Eine Beteiligung des Kreises sei im Vorfeld nicht erfolgt. „Gefahrenabwehrmaßnahmen“ könnten auch während der Zeit von Anfang März bis Ende September vorgenommen werden und müssten nicht genehmigt, sondern lediglich zeitnah angezeigt werden, erklärt Kreissprecherin Birgit Eurich und ergänzt: „Der allgemeine und besondere Artenschutz ist dennoch zu beachten. Dass auch Gebüsche entfernt wurde, sei dem Umweltamt nicht bekannt“, informiert sie.