Salzwedel l Den Wegweiser zum Salzwedeler Tierpark ziert ein Weißstorch. Und seit Anfang der 1990er Jahre ist der Salzwedeler Tierpark jetzt wieder Heimat für einen Weißstorch, freut sich Thomas Koberstein, Storchenbetreuer für den Norden des Altmarkkreises. Allerdings ist der junge Storch nicht ganz freiwillig in die Altmark gekommen. Das beringte Tier sei in diesem Jahr in Biederitz geboren worden, berichtet Thomas Koberstein.

Doch der Flug des Jungstorchs endete Mitte August abrupt in Dedeleben (Landkreis Harz). Eine Autofahrerin entdeckte den verletzten Storch auf einem Bürgersteig. Die engagierten Weißstorchschützer Georg und Sabine Fiedler aus dem benachbarten Rohrsheim wurden verständigt, die den Vogel in eine nahe gelegene Tierarztpraxis brachten. Die Diagnose: Bruch der rechten Handschwinge.

Verletzungen

Fotos auf der Homepage der Loburger Storchenhofes zeigen den Jungvogel mit seiner schweren Verletzung und den blutüberströmten Federn. Tags darauf und nach vielen Telefonaten um die Frage, ob der Jungstorch seinen Flügel behält oder dieser amputiert werden muss, fuhren Georg und Sabine Fiedler mit ihrem Schützling in eine spezialisierte Tierarztpraxis nach Magdeburg-Rothensee. Da sein Flug mit einer Bruchlandung endete, tauften sie ihn „Quax“ nach dem gleichnamigen Film mit Heinz Rühmann.

Quaxima

Salzwedel (ue) l Der Flug eines Storches endete im Vorharz abrupt an einem Hindernis. Der Vogel wurde schwer verletzt, überlebte aber dank engagierter Naturschützer und Tierärzte. Im Salzwedeler Tierpark fand er eine neue Heimat und überraschte alle damit, dass er eine Sie ist. Aus Quax wurde Quaxima.

  • Quaxima teilt sich das Gehege mit Ziegen und dem Somalischaft Herta. Foto: Thomas Koberstein

    Quaxima teilt sich das Gehege mit Ziegen und dem Somalischaft Herta. Foto: Thomas Koberstein

  • Quaxima wurde im vergangenen Jahr geboren. Foto: Thomas Koberstein

    Quaxima wurde im vergangenen Jahr geboren. Foto: Thomas Koberstein

  • Die Störchin wird ihr weiteres Leben im Salzwedeler Tierpark verbringen. Foto: Thomas Koberstein

    Die Störchin wird ihr weiteres Leben im Salzwedeler Tierpark verbringen. Foto: Thomas Kobers...

  • Der Vogel ist auf einem Auge blind. Foto: Thomas Koberstein

    Der Vogel ist auf einem Auge blind. Foto: Thomas Koberstein

  • Quaxima hat sich von ihrem Unfall und den Verletzungen erholt. Foto: Thomas Koberstein

    Quaxima hat sich von ihrem Unfall und den Verletzungen erholt. Foto: Thomas Koberstein

  • Quaxima büßte einen Teil ihres rechten Flügels ein. Foto: Thomas Koberstein

    Quaxima büßte einen Teil ihres rechten Flügels ein. Foto: Thomas Koberstein

  • Inzwischen fühlt sich Quaxima im Salzwedeler Tierpark wohl. Foto: Thomas Koberstein

    Inzwischen fühlt sich Quaxima im Salzwedeler Tierpark wohl. Foto: Thomas Koberstein

  • Ein Weißstorch weist den Weg zum Salzwedeler Tierpark. Foto: Thomas Koberstein

    Ein Weißstorch weist den Weg zum Salzwedeler Tierpark. Foto: Thomas Koberstein

In ihren Berichten wird die Anteilnahme und die Sorge um das schwer verletzte Tier deutlich. „Fliegen wird er wohl kaum mehr können. Auch nach dieser flügelerhaltenden OP nicht. Aber, er wird am Leben bleiben. Er ist ja noch ein Kind“, schrieb Sabine Fiedler auf Facebook.

Erholung

Von Magdeburg ging die Reise für „Quax“ weiter auf den Storchenhof nach Loburg. Und dort ging es dem Vogel zusehends besser. Nachdem er den Schock der Verletzung sowie den Stress des Einfangens und der Behandlungen überwunden hatte, bewegte er sich relativ schnell wieder auf seinen eigenen Beinen.

Doch dann büßte der Storch nach einem Befall in der Wunde doch noch seine rechte Schwinge und damit die Fähigkeit zu fliegen ein. Trotz dieses Verlustes zeigten sich die Mitarbeiter des Storchenhofes optimistisch, denn „Quax“ fraß wieder selbstständig, glättete sein Gefieder und nahm sogar ein kleines Bad im Futtereimer. Die Zeichen auf Erholung standen gut, denn es sollte ein guter Dauerpflegeplatz in einem Tierpark gesucht werden.

Überraschung

Jetzt hat der Storch im Salzwedeler Tierpark ein neues Zuhause gefunden und ist dort in einem Gehege unterwegs. Für seine Betreuer und alle, die an seinem Schicksal Anteil nehmen, hatte „Quax“ eine Überraschung parat: Eine DNA-Analyse, die Tierarzt Dr. Thomas Tamm vornahm, ergab: Der Storch ist weiblich. Und so taufte Sabine Fiedler ihr Patentier um, vom „Quax“ in „Quaxima“.

Sie teilt sich ihr Gehege mit Ziegen und dem somalischen Schwarzkopfschaf Herta. Ein Somalischaf, dessen Fell zudem wie Quaximas Gefieder schwarz-weiß ist - für Thomas Koberstein ein Bezug zum Winterquartier der Weißstörche in Afrika, auch wenn Quaxima ihr weiteres Leben ausschließlich in Mitteleuropa verbringen wird. Dass Quaximas Flug mit einer Bruchlandung im Vorharz endete, liege daran, dass sie auf dem linken Auge blind ist. „Ihr räumliches Sehen war daher von Anfang an eingeschränkt“, erklärt Thomas Koberstein.