Kultur in Coronazeiten

Neustart nach dem Lockdown beim Filmpalast Salzwedel

Seit dem 1. Juli hat der Salzwedeler Filmpalast wieder geöffnet. Kino hat nach dem Corona-Lockdown eine Zukunft, davon sind die Kino-Inhaber überzeugt.   

Von Malte Schmidt
Christine Berg (rechts), Vorsitzende des Branchenverbandes HDF-Kino, war im Filmpalast in Salzwedel bei Barbara und Jürgen Bode zu Gast.
Christine Berg (rechts), Vorsitzende des Branchenverbandes HDF-Kino, war im Filmpalast in Salzwedel bei Barbara und Jürgen Bode zu Gast. Foto: Malte Schmidt

Salzwedel - Entspannt und durchaus fröhlich betritt Christine Berg einen Tag nach dem Neustart der Kinos in Deutschland den Salzwedeler Filmpalast. Die Vorsitzende des Branchenverbandes HDF-Kino, der mit seinen rund 600 Mitgliedern die Mehrheit der Kinobetreiber in Deutschland vertritt, kann endlich wieder aufatmen. Mehrere Monate kämpfte sie deutschlandweit Seite an Seite mit Kino-Inhabern für deren Existenz. Hilfe erhielten die Betreiber unter anderem vom Bund und den Ländern in Form von Kurzarbeitergeld und Überbrückungshilfen. Trotzdem sei das erste Corona-Jahr ein finanzielles Desaster für Kinos gewesen. „In Deutschland mussten von rund 1100 Kinos acht schließen“, blickt Christine Berg zurück.

Gäste haben sich für Wiederöffnung bedankt

Sie ist derzeit in Deutschland unterwegs, um Kinobetreiber zu besuchen und zu fragen, wo der sprichwörtliche Schuh nach der Wiedereröffnung drückt. Dafür macht sie auch Halt bei Barbara und Jürgen Bode, die neben dem Filmpalast in Salzwedel auch die Geschicke im Central Theater in Uelzen leiten. Ihre Kinos haben die Corona-Zeit überlebt und seit dem 1. Juli wieder geöffnet. Große Buchstaben, die die Wörter „Willkommen zurück im Kino“ zeigen, deuten darauf hin, wie sehr sie das Publikum vermisst haben. „Viele Gäste haben sich am Tag des Neustarts einfach dafür bedankt, dass wir wieder auf haben“, ist Jürgen Bode die Freude anzumerken.

Doch wie hungrig sind die Menschen in der Region, nachdem sie monatelang auf Streamingdienste zurückgreifen mussten, auf einen Filmabend auf großer Leinwand? „Natürlich kann man Filme auch zu Hause anschauen. Aber Kino ist viel mehr als nur die Vorführung eines Films: Kino ist ein Gefühl, eine Lebensart und ein Ort gesellschaftlichen Zusammentreffens“, schätzt Jürgen Bode ein. Ebenso sieht es Christine Berg: „Kino ist einfach für jeden etwas und häufig der Auftakt für einen unvergesslichen Abend.“ Die Eintrittspreise, so viel verrät Jürgen Bode, haben sich indes nicht verändert. „Wir mussten lediglich bei den Getränken oder den Nachos etwas anheben, da es die Hersteller so vorgegeben haben“, fasst es Jürgen Bode zusammen.

MehrdimensionalesKlangerlebnis

Um einen den Kinosaal füllenden Raumklang zu erzeugen und dem Besucher etwas zu bieten, haben Barbara und Jürgen Bode investiert. Im Wert eines Einfamilienhauses haben sie Dolby Atmos in den Kinosälen 1 und 4 installieren lassen. Dabei handelt es sich um ein fesselndes, mehrdimensionales Klangerlebnis, das Besucher vollkommen in einen Film eintauchen lässt. Diese dürfen bei ausgewählten Filmen gespannt sein.