Wallstawe l „Das Lackieren dieses Fahrzeuges habe ich mit einem Wartburg bezahlt“: Lothar Meyer aus Salzwedel muss schmunzeln, als er die Episode um „seine Schnelle Medizinische Hilfe“ erzählt. Der Barkas, der 1990 im ehemaligen Kreis Wanzleben in Betrieb gestellt worden sei, war als Teil des Oldtimer-Löschzuges einst rot gespritzt. Als er ihn erworben hatte, wollte er gern wieder die Originalfarben daran haben. „Da kennt man einen, der das gleiche Hobby hat und der auch noch zufällig Lackierer von Beruf ist“, berichtet Lothar Meyer. Und da demjenigen ein Wartburg in der Sammlung gefehlt habe, war der Preis recht schnell vereinbart.

Der Salzwedeler hat das Innere originalgetreu eingerichtet. „Die Schränke habe ich aus Cottbus geholt, den speziellen Koffer aus Wuppertal“, schildert er. Derzeit schraubt Lothar Meyer an der Schnellen Medizinischen Hilfe 2: „Bis ich den aufgebaut habe, werde ich wohl noch drei Jahre brauchen.“

Zweirad stammt von der Oma

Jörg Marggraf hat seine MZ TS 250-1, Baujahr 1978, mitgebracht. „Die habe ich selbst aufgebaut“, berichtet der Dährer stolz. Eigentlich wollte er zu DDR-Zeiten diese Maschine schon besitzen. Doch damals habe er sie sich nicht leisten können. „Zweirad-Fahren, das macht bei schönem Wetter viel Spaß“, sagt er. Dem pflichtet auch Torsten Barthel bei. Er ist mit einem SR2, Baujahr 1959, angerollt. „Er stammt von meiner Oma und hat jahrelang rumgestanden. Aus zwei Mopeds wurde dann eins gemacht“, erzählt der Kleistauer. Für ihn sei es spannend, ein Fahrzeug zu fahren, das in einem Land hergestellt wurde, das es nicht mehr gebe. Nächsten Monat geht‘s mit dem Zweirad nach Kürbitz (Vogtlandkreis) zum größten SR2-Treffen in Deutschland.

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Derweil rollt Wilfried Plönnigs aus Klötze auf das Gelände am Dorfgemeinschaftshaus. Er lenkt einen Traktor Fahr, Baujahr 1954. Den Oldtimer konnte er „durch einen günstigen Zufall“ erwerben. „Es macht Spaß, hier dabei zu sein“, sagt er und verweist darauf, dass sein „Schätzchen“ noch gute Dienste beim Holzholen aus dem Wald leiste.

Straßenschlepper aufgemöbelt

„Zettelmeyer, Baujahr 1939“ steht auf dem Schild, das Roland Hetfleisch aus Groß Gerstedt an seinem Fahrzeug angebracht hat. „Das ist ein Straßenschlepper, der zum Ackerbau genutzt wurde. Er stammt ursprünglich aus Brumby bei Schönebeck“, weiß der Eigentümer. Dort habe der Z2, so der Kurzname, Getreidesäcke für die Mühle gezogen. Zu DDR-Zeiten sei das Fahrzeug in der Familie in der Landwirtschaft genutzt worden. Nach 20 Jahren Defektsein habe er es wieder zum Leben erweckt. „Ich habe vieles allein gebaut, weil es kaum noch Ersatzteile gibt. Aber es ist kein Eigenbau“, sagt Roland Hetfleisch.

Klaus Milde hat einen himmelblauen Trabant Kombi mitgebracht. „Den habe ich bei Kalbe erworben“, erzählt er. Noch würden der Himmel und die Nebelleuchten fehlen. Aber er fahre wie ein Bienchen, urteilt der Winterfelder, auch wenn er seit der Wende nicht mehr hinterm Lenkrad einer „Rennpappe“ gesessen habe.

Nächste Fan-Runden folgen

Die Trabant- und Ifa-Freunde aus Salzwedel haben viele ihrer Fahrzeuge mitgebracht. Vom 13. bis 15. Juli treffen sie sich wieder am Ahlumer See, um sich auszutauschen.

Das Fiat-Treffen in Kuhfelde ist gerade mal eine Woche her. Da waren René und Henri Boese mit dabei, weil ihr Herz für den Italiener schlägt. Die Schiebener kommen gern nach Wallstawe. „Hier ist richtig was los. Das kommt gleich nach Hohengrieben“, urteilt René Boese. Schauen und auch Fachsimpeln, das mögen sie an derartigen Veranstaltungen.