Liesten (wo) l Der Liestener Ortschaftsrat könnte während seiner nächsten Sitzung seine Auflösung beschließen. Darauf haben sich seine Mitglieder am Dienstagabend verständigt. Statt des Rates und dem Ortsbürgermeister würde es dann nur noch einen Ortsvorsteher geben, der die Interessen des Ortsteils gegenüber der Einheitsgemeinde Salzwedel vertritt. Die Räte sollen nun bis zur nächsten Zusammenkunft darüber nachdenken, welchen Weg sie gehen möchten.

Bei den Liestener Räten hat sich ein Gefühl der Resignation breit gemacht. „Wir stoßen hier an unsere Grenzen. Im Prinzip können wir ja nichts mehr entscheiden“, brachte Ortsbürgermeister Ulrich Keitel die Gemütslage auf den Punkt. „Die Frage ist, ob wir überhaupt so weitermachen wollen?“, ergänzte er.

Zuvor hatten schon die Räte selbst und mehrere Einwohner Kritik an dem Mangel an Einfluss geübt. Als Beispiel wurde ein Schaukasten in Depekolk genannt, der seit zwei Jahren kaputt ist, aber immer noch nicht repariert wurde. Beschwerden dieser Art wurden am Dienstagabend einige genannt.

„Die Städte haben immer Vorrang, die Dörfer lässt man leider verhungern“, äußerte Ortschaftsratmitglied Sigmar Petzhold einen Vorbehalt der Liestener. Das letzte Wort hinsichtlich der Auflösung des Ortschaftsrates ist damit aber noch nicht gesprochen.