Niephagen l „Auch wenn ich mich ganz schön weit aus dem Fenster lehne. Einen Neubau der Brücke bei Niephagen im nächsten Jahr schließe ich fast aus“: Das sagte Manfred Krüger, Regionalbereichsleiter der Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt Nord in Stendal (LSBB), auf Nachfrage der Volksstimme. Als Grund nannte er weiterhin die schwierige Suche nach einer Umleitungsstrecke, wenn die Landesstraße 8 während der Bauzeit zwischen Niephagen und Wallstawe komplett gesperrt werden müsse.

Naturschutz zu beachten

In die Entscheidungsfindung sei nicht nur der Kreis mit einbezogen, sondern mittlerweile auch die Obere Naturschutzbehörde. Denn es seien Flora-Fauna-Habitat-Gebiete in der unmittelbaren Nähe zu beachten. Zudem gehe es um den Artenschutz, sodass sich die Vorarbeiten umfangreicher als erwartet gestalten. All diese genauen Untersuchungen würden Zeit kosten, merkt Manfred Krüger an. „Das Ergebnis der Prüfungen, so sind derzeit die Signale der Oberen Naturschutzbehörde, wird wohl nicht vor April/Mai des nächsten Jahres vorliegen“, sagt er.

Nicht im Winter bauen

Dann könne erst konkret an die Umleitungsplanung gegangen werden. „Vor September wird es dann, so schätze ich, nicht mehr möglich sein, mit dem Bau anzufangen. Aber das macht keinen Sinn“, erklärt Manfred Krüger. Denn es solle nicht über den Winter gebaut werden. Denn diese Jahreszeit würde noch höhere Anforderungen an eine mögliche Umleitungsstrecke stellen. Dann sei es besser, die Ausschreibungen in dieser Zeit vorzubereiten, eine passende Firma zu finden und dann im Jahr 2021 zu bauen. „Wir wollen gern in einem laufenden Jahr mit der Maßnahme durchkommen“, schildert der Regionalbereichsleiter.

Die Kraftfahrer werden also weiterhin diese Brücke nur einspurig passieren können. Ursprünglich sollte das gut 100 Jahre alte Bauwerk, an dem unter anderem Risse an den sogenannten Bogenstirnseiten bei einer Überprüfung zutage kamen, bereits im Jahr 2018 erneuert werden. Seither dauert die Suche nach einer annehmbaren Umleitung an.