Salzwedel l Die Stadtverwaltung hat wieder Zugriff auf das Tierheimareal in Hoyersburg. „Wir haben den Schlüssel pünktlich übergeben“, erklärt Antje Gebert, Vorsitzende des Tierschutzvereins Salzwedel und Umgebung. Obwohl die Pachtzeit noch nicht abgelaufen sei, habe die Stadtverwaltung den Verein mit einer Räumungsklage überzogen. Die Stadt hatte den Vertrag mit dem Verein im Juli vergangenen Jahres außerordentlich gekündigt, weil der Altmarkkreis zu diesem Zeitpunkt einen Aufnahmestopp verfügt hatte. Eine Räumung des Geländes sollte bis Anfang Dezember erfolgen. Als dies nicht umgesetzt wurde, reichte die Stadt die Klage ein. Der Verein begründete die Verweigerung auszuziehen damit, dass noch Anbauten zu entfernen seien und habe die gesetzliche Kündigungsfrist wahrgenommen, betont Gerbert.

Mit der Schlüsselübergabe ist die Auseinandersetzung nicht erledigt. „Die Stadt lässt uns mit allem auflaufen“, erklärt Antje Gebert auf Volksstimmeanfrage. So habe der Verein ein Kaufangebot unterbreitet und die Ausschreibungsunterlagen für einen Verkauf des Geländes seitens der Stadt erbeten. Im Raum steht außerdem weiterhin ein Wertausgleich für vom Tierschutzverein geschaffene Bauten und Anlagen.

Ohne Reaktion

Zudem möchte sich die Vereinsvorsitzende mit einem möglichen Käufer in Verbindung setzen, um über eine Übernahme von Fördermaßnahmen zu sprechen, deren Zweckbindung noch nicht abgelaufen ist. So beispielsweise für die Hundequarantäne, deren erster Bauabschnitt erst im vergangenen Frühjahr abgeschlossen wurde. Alle Anfragen dahingehend, „blieben völlig ohne Reaktion“, erklärt sie.

Was den Käufer des Tierheimgeländes anbelangt, kann die Stadt allerdings noch gar nicht reagieren. Denn: „Angesichts des Zugriffes auf das Grundstück werden derzeit die Gespräche über eine zukunftsfähige Lösung mit dem Allgemeinen Tierhilfsdienst intensiviert“, erklärt Köhler.

Tierheim anschauen

Für deren Vorsitzende, Iris Volk, ist der erste Schritt, sich das Tierheim anzuschauen. „Alles andere wird sich finden“, sagt sie. Gegebenenfalls sei ein Gutachten zu erstellen, das den Investitionsbedarf ermittelt. Der Zustand der Gebäude und des Areals spiele dabei eine große Rolle. Denn die Finanzierung müsse zu stemmen sein, ohne die anderen Objekte, die der Tierhilfsdienst betreibt, zu gefährden. Eine schlüssige Kostenkalkulation für einen möglichen Betrieb des Tierheims in Salzwedel sei dafür die Voraussetzung.

Es sei eine schwierige Situation für die Stadt gewesen, sagt Iris Volk. Allerdings könne sie auch den Tierschutzverein Salzwedel und Umgebung verstehen, dass er das über Jahrzehnte Geschaffene nicht einfach so aufgibt. Sie plädiert für eine Zusammenarbeit aller Tierschützer in der Region.

Soziale Aspekte

Wichtig sei, dass es in Salzwedel weiterhin eine Aufnahmestation gibt und diese zügig wieder ihre Arbeit aufnimmt, um Ehrenamtliche nicht zu verlieren. Viele freiwillige Helfer, die sich um Tiere kümmern entwickelten soziale Bindungen, die nun fehlen. Sie sei froh, dass sich trotz des seit dem Sommer geschlossenen Tierheims weiter um Katzenkastration und andere Tierschutzaspekte gekümmert wurde. So unter anderem vom neu gegründeten Verein Pfotenhilfe.