Wallstawe l Das Interesse an der Bürgermeisterwahl in Wallstawe war vergleichsweise groß. 746 Wahlberechtigte ab 16 Jahren waren am Sonntag aufgefordert, einen Nachfolger für den Ende September verstorbenen, langjährigen Bürgermeister Frank Wulff zu wählen. Von diesem Recht machten 391 Einwohner der Gemeinde Wall-stawe Gebrauch. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 52,4 Prozent.

Die Wähler konnten ihre Stimme in Wahllokalen in Ellenberg, Umfelde und Wallstawe abgeben. Abstand und Maskenpflicht waren auch hier aufgrund der Corona-Pandemie gefordert. „Die Wähler haben das gut akzeptiert. Wer die Maske vergessen hatte, für den hatten wir hier eine“, sagte Ina Behrens, die im Wallstawer Wahllokal im Saal der Gaststätte Zum alten Fritz gemeinsam mit Carla Plumbaum, Ralf Thaute, Angelika Gebert, Anke Koch und Uta Juschus im Wahlvorstand mitarbeitete.

Binnen 20 Minuten stand das vorläufige Wahlergebnis fest. Für den Wallstawer Ralph Jürges stimmten 333 Wähler, für Sven Müller aus Salzwedel 56. Zwei Stimmen waren ungültig. Verbandsgemeinde-Bürgermeister Michael Olms gratulierte dem Wahlsieger und wünschte ihm viel Erfolg bei der neuen Aufgabe. „Die Verbundenheit zu unserem ehemaligen Bürgermeister Frank Wulff hat mich dazu bewogen, mich zu bewerben“, sagte Ralph Jürges. Gespräche mit Einwohnern, Bekannten, Feuerwehrleuten hätten ihn ermutigt, diesen Schritt zu gehen. Der 47-Jährige, der sich seit 1990 in der Ortswehr und seit 2005 im Gemeinderat engagiert, war erstaunt über den großen Vorsprung. Dieser betrug 277 Stimmen. Sein erstes Vorhaben sei es, den Rat wieder arbeitsfähig zu machen. Durch den plötzlichen Tod von Frank Wulff habe es Informationsdefizite gegeben. Ruhiges Fahrwasser sei notwendig. „Den Haushalt für 2021 zu erarbeiten, das ist unsere nächste Aufgabe“, erklärte Ralph Jürges, der sich auf die neue Herausforderung freut. Er werde die Aufgabe als Ortswehrleiter abgeben, um Zeit für das neue Ehrenamt zu haben.

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„Ich gratuliere Ralph Jürges zur Bürgermeisterwahl“, sagte Sven Müller. Er habe gewusst, dass die Aufgabe schwer werde. „Mit meinem Ergebnis von 14,4 Prozent bin ich sehr zufrieden“, erklärte er. Sein Dank gelte seiner Freundin, seiner Familie und seiner Partei, den Freien Wählern, die ihn im Vorfeld der Wahl unterstützt hätten. „Das, was in Corona-Zeiten möglich war, habe ich getan, um mich in der Gemeinde vorzustellen“, sagte er.

Anja Schrader, Hauptamtsleiterin der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf, ist froh, dass die Wahl gut gelaufen ist. „Wir hatten in Umfelde am Sonntagmorgen Probleme, weil nur noch zwei Wahlhelfer zur Verfügung standen. Aber wir haben eine Lösung gefunden, um auch dort das Wahllokal öffnen zu können“, bedankte sie sich für die Bereitschaft, in die Bresche zu springen. Ihr Dank gelte zudem allen Wahlhelfern, die das Abstimmen an drei Orten möglich gemacht hätten.

Der Wahlausschuss wird am heutigen Montag ab 11 Uhr während einer öffentlichen Beratung in der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf über die Gültigkeit der Wahl befinden.