Salzwedel l Einar Krause ist zu sehr Geschäftsmann, um sentimentale Entscheidungen zu treffen. Elf Jahre betrieb er als Pächter den Bürgermeisterhof in der Burgstraße. Doch nun ist endgültig Schluss, obwohl ihm das Objekt durchaus ans Herz gewachsen war. „Aber wenn am Ende des Jahres keine schwarze Zahlen auf dem Zettel stehen, ist klar, wohin die Richtung geht. Auch wenn mir der Bürgermeisterhof persönlich sehr gut gefällt“, sagt der Gastronom im Gespräch mit der Volksstimme.

In den vergangenen zwei Jahren habe das Lokal keine Gewinne mehr eingefahren. Zwar finden derzeit noch Weihnachtsfeiern statt, aber am 6. Januar 2016 wird das Restaurant schließen. „Die Eigentümer waren mir hinsichtlich der Pacht wirklich entgegengekommen, aber der Entschluss steht.“

Ausstattung zu schlecht

Der Hauptgrund ist wirtschaftlicher Natur: Die technische Ausstattung der Gaststätte lasse es nicht zu, gewinnbringend zu arbeiten. „Die Küche ist schlicht zu klein, um eine große Anzahl von Gästen zufrieden zu stellen. Qualitativ hochwertige Speisen können wir dort nicht herstellen. Für Erbsensuppe geht niemand essen“, erklärt Einar Krause. Wenn zum Beispiel im Sommer eine größere Gruppe von Touristen eingekehrt sei, wären die Köche schnell an ihre Belastungsgrenze gestoßen.

Daran ändere auch das schöne Ambiente mit dem mittelalterlich anmutenden Innenhof nichts. Im Gegenteil, die hohen Auflagen des Denkmalschutzes würden eine dringend notwendige Sanierung des Komplexes nur erschweren, weil man „eine Menge Geld in die Hand nehmen müsste, um ihnen gerecht zu werden“.

Zu hohe Investitionen nötig

Die Investitionen zu refinanzieren, sei angesichts des schwierigen Marktumfeldes in der Innenstadt zu riskant. Zumal der Bürgermeisterhof nur in der warmen Jahreszeit richtig laufen würde, die Betriebskosten aber ganzjährig anfallen. „Es ist nun mal ein Sommerobjekt, ab Oktober sind die Gästezahlen immer zurückgegangen. Strom und Wasser mussten trotzdem bezahlt werden.“

Wie es mit dem Bürgermeisterhof weitergeht, ist unklar. Der Eigentümer, ein Unternehmer aus dem Wendland, sagte der Volksstimme: „Über einen neuen Pächter kann ich noch keine Auskunft geben. Dafür war die Kündigung zu kurzfristig.“