Salzwedel l „Ich will meinen Kasten zurück“, schreibt Vera Magdalene Neumann der Volksstimme. Gemeint ist der Postkasten an der Lüneburger Straße in Salzwedel. „Am 1. Januar habe ich ihn gesehen und benutzt.“ Nun fragt sich die Salzwedelerin, was mit „ihrem Kasten“ passiert ist. „Hat ihn jemand gestohlen oder wurde er von der Deutschen Post abgebaut?“

Letzteres ist zutreffend, wie Anke Blenn vom Unternehmen aus Berlin erklärt: „Leider wurden in Salzwedel im Zuge des Jahreswechsels zwei Briefkästen der Deutschen Post durch Silvesterknaller völlig zerstört.“ Betroffen ist sowohl der gelbe Kasten an der Lüneburger Straße, als auch Auf dem hohen Felde, unweit des Freibades. Die Reparatur beider Postkästen sei nicht mehr möglich.

Keine Neuanschaffung

Und auch eine Neuanschaffung komme nicht mehr in Frage. „Unsere aktuellen betrieblichen Prüfungen der Briefkastenstandorte in Salzwedel haben ergeben, dass sich die beiden zerstörten Kästen im direkten Einzugsgebiet eines weiteren Kastens im Böddenstedter Weg 41 befinden.“ Daher sei die Versorgung der Bewohner in dem Bereich sichergestellt, heißt es aus der Bundeshauptstadt.

Grundsätzlich gebe es vom Gesetzgeber für das Briefkastennetz in Deutschland festgelegte Kriterien. Darin heiße es, dass der nächste Kasten in zusammenhängend bebauten Wohngebieten maximal in 1000 Meter erreichbar sein müsse. „Wir bitten unsere Kunden hierfür um Verständnis und bitten darum, ab sofort alternativ den Briefkasten (Böddenstedter Weg 41) oder einen der weiteren zahlreichen Briefkästen in Salzwedel zu nutzen.“ Im Internet könne der nächste Standort gesucht werden: www.postfinder.de

Für Vera Magdalene Neumann ist die neue Situation unbefriedigend. „Nun muss ich mich auf die Suche machen, welche Kästen noch existieren und die ich zu Fuß als gehbehinderter älterer Mensch erreichen kann“, schreibt die Salzwedelerin an die Volksstimme: „Nicht jede ältere Person ist mit Computer und Smartphone vertraut.“ Es würden auch noch Briefe und Postkarten geschrieben.

Einige Salzwedeler müssen nun wohl oder übel längere Wege in Kauf nehmen, das kann gerade für Senioren und Gehbehinderte eine Herausforderung werden.