DRK

Salzwedeler helfen im Katastrophengebiet im Ahrtal

Vier ehrenamtliche Helfer des DRK-Kreisverbandes Salzwedel sind aktuell im Katastrophengebiet in der Region um Bad Neuenahr-Ahrweiler im Einsatz.

Von Beate Achilles
In Marienthal sind zerstörte Autos am Ortsrand aufgestapelt. Im Rückspiegel: Helfer Marcel Gabriel aus Salzwedel.
In Marienthal sind zerstörte Autos am Ortsrand aufgestapelt. Im Rückspiegel: Helfer Marcel Gabriel aus Salzwedel. Foto: DRK Salzwedel

Salzwedel - Die Fotos, die das Helferteam vom Einsatz in Rheinland-Pfalz an die Volksstimme schickt, sind erschreckend: Völlig zermalmte und verschlammte Autos liegen übereinandergestapelt vor einem idyllischen Weinberg, die Trümmer einer zerstörten Brücke ragen aus dem Flussbett der Ahr, einem aufgerissenen Haus fehlt eine komplette Außenwand.

Dennoch hatten die Salzwedeler Glück, denn sie wurden erst angefordert, als das Schlimmste in der Region bereits überstanden war. In der Nacht von Sonnabend zu Sonntag klingelte gegen 1 Uhr früh beim Fachdienstleiter Sanität des DRK Salzwedel, Michael Boest, das Telefon. Die bereits seit Donnerstag in Alarmbereitschaft versetzten Katastrophenschützer unter seiner Führung wurden zum Einsatz in Rheinland-Pfalz gerufen. Um vier Uhr früh saßen Michael Boest, Marcel Gabriel, Torsten Mayer aus Salzwedel und Florian Paul aus Klötze in ihrem Einsatzfahrzeug und machten sich auf den Weg zum Hilfslager am Nürburgring.

Lage schon ruhiger

Als sie gegen 9.30 Uhr am Sonnabendmorgen dort eintrafen, bot sich ihnen ein „Bild der Zerstörung“, wie Michael Boest sagt. „Es war aber auch zu sehen, dass den Anwohnern geholfen wurde“, ergänzt er. „Alles, was Beine hatte, war dort“, so Boest. Nach einer etwa dreistündigen Verschnaufpause ging es für die ehrenamtlichen Helfer aus der Altmark direkt zum Einsatz in Ahrweiler. Dort sollten sie einen Krankentransport übernehmen und später in einem Bereich als Sanitätsdienst für Notfälle zur Verfügung stehen. „Glücklicherweise gab es nicht mehr so viele Verletzte, als wir vor Ort eintrafen“, sagt Boest und ergänzt: „Es ist momentan eher selten, dass jemand kommt und uns um Hilfe bittet.“

Trotz der katastrophalen Lage seien die Salzwedeler von der Bevölkerung vor Ort herzlich aufgenommen worden. „Die Leute sind auf uns zugekommen, haben uns Kaffee und Brötchen angeboten und uns ihre Geschichten erzählt“, so Boest. Wo es möglich sei, wohnten die Einwohner der betroffenen Tiefenlagen des Ahrtals nun im ersten Stockwerk ihres Hauses oder unter dem Dach und schützten ihren Besitz vor Plünderungen. „Alle anderen sind aus den Gebieten raus“, so Boest. Überall liefen Notstromaggregate und auch Behelfsstromleitungen seien schon vielerorts verlegt. Nachts sei das Geräusch von Heizlüftern zu hören, die die Feuchtigkeit aus den Häusern vertreiben soll.

Am Donnerstabend endet dieser Einsatz für die Helfer aus Salzwedel. Einen weiteren Einsatz im Ahrtal erwarten sie derzeit nicht. „Heute halten wir uns schon den ganzen Tag in Bereitschaft und warten“, beschrieb Michael Boest gestern die Situation vor Ort.