Salzwedel l Christian Schulz freute sich „ganz doll“, dass so viele Gäste zur Eröffnung des Bahnhofs gekommen waren. Schulz hatte das Gebäude in Salzwedel im Dezember 2015 für 50.000 bei einem Auktionshaus in Berlin ersteigert. Damals sei von „Leben im Bahnhof nicht viel zu spüren gewesen“, sagte Schulz. Ohne das Landesförderprogramm Revita zur Wiederbelebung von Bahnhofsgebäuden, das die Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH (NASA) betreut, wäre es nicht möglich gewesen, dem Bahnhof neues Leben einzuhauchen. Im Zuge der Bauarbeiten seien Stuckarbeiten freigelegt worden. Zudem habe man entdeckt, dass Eisenbahnschwellen als Sturz vermauert worden seien. „Diese Idee haben wir aufgenommen und beispielsweise die Bänke im Innern des Gebäudes als Unterbaukonstruktion für die Bänke genommen“, erzählte Schulz. Der Abschluss der Arbeiten mache ihn „glücklich und stolz“.

Das Umfeld aufgewertet

„Mit privater Initiative und Landesmitteln wurde ein attraktiver Zugang zur Eisenbahn geschaffen und das städtebauliche Umfeld aufgewertet. Ein lebendiger Bahnhof ist die beste Visitenkarte für die Hansestadt“, erklärte Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel. 845.000 Euro waren aus dem Landesförderprogramm Revita geflossen. Der private Eigentümer steuerte den Angaben zufolge mehr als eine Million Euro zur Sanierung bei.

Am Salzwedeler Bahnhof wurden das Dach komplett saniert und die Fassade ausgebessert sowie Fenster und Türen erneuert. Ein neues Aussehen erhielt auch die Wartehalle, die zudem mit einer Anzeige zur Fahrgastinformation ausgestattet wurde. Der Bahnhof biete nun eine moderne Verkaufsstelle für Fahrkarten sowie einen Kiosk und ein Bistro. Webel sprach mit Blick auf das Ergebnis der Sanierung von „gut angelegtem Geld“.

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Wichtiger Knotenpunkt

Der Bahnhof Salzwedel sei laut Verkehrsministerium für die Altmark ein wichtiger Knoten im Bahn-Bus-Landesnetz. Salzwedel wird im Zweistundentakt vom Regionalexpress 20 Magdeburg – Stendal – Salzwedel – Uelzen und von der Regionalbahn 32 Stendal – Salzwedel sowie von den Landesbuslinien 100, 200 und 300 in/aus Richtung Gardelegen, Arendsee/Seehausen und Klötze/Oebisfelde angefahren.

Bürgermeisterin Sabine Blümel sprach von „einer langen Schlacht im Stadtrat“, bis die öffentliche Toilette umgesetzt werden konnte. Sie hoffe, weitere Projekte mit Christian Schulz umsetzen zu können. Mit Blick auf neue Vorhaben sagte Blümel: „Ich habe drei Visionen, aber ich werde vorerst niemandem davon erzählen“.