Arendsee l „Das ist für uns wie ein Lottogewinn und ein Supergeburtstagsgeschenk zugleich“, kommentierte Vereinsvorsitzender Martin Retzlaff vom SV Arendsee 1920 die frohe Botschaft. Zwar liege ihm der Bewilligungsbescheid noch nicht schriftlich vor, aber bei einem Telefonat mit dem Landesverwaltungsamt Magdeburg habe er nun erfahren, dass das Geld zugesagt sei. „Der Bescheid kommt noch dieses Jahr.“ Und der Clou sei, dass keine Eigenmittel eingesetzt werden müssen.

Zwar könnten die Gelder erst 2020 fließen, aber das sei noch rechtzeitig genug, um die Arbeiten bis zum Sommer zu schaffen. Dann feiere der Verein sein 100-jähriges Bestehen. „Wir wollen bis dahin die Fassade sanieren, der Uralt-Asbest muss weg, neue Platten und Farbe drauf“, so Retzlaff. Innen seien die Wände der Umkleidekabinen dringend erneuerungsbedürftig, ebenso Decken und Fußböden. „Und auch die Türen und das Mobiliar müssen ersetzt werden“, kündigte er an.

Das alles sei mit eigenen Kräften weder finanziell noch personell zu bewältigen. „Wir haben schon 2006 im Rahmen der Weltmeisterschaft für Menschen mit Behinderung das Dach neu gedeckt“, blickte Retzlaff zurück. Auch die Duschen seien damals erneuert worden. Später war gemalert worden. „Aber mehr schaffen wir allein nicht“, schätzte er die Lage ein.

Zwei Mini-Jobber

Denn der Verein habe nur zwei Mini-Jobber, deren Kosten getragen werden müssten und die vor allem den riesigen Rasenplatz der weitläufigen Sportplatz-Anlage in Schuss halten. Die ehrenamtlichen Mitglieder seien als Trainer und Übungsleiter in Aktion.

„Und an Einnahmen haben wir neben dem Mitgliedsbeitrag nur noch die Gelder für die Trainingslager, die bei uns auf dem Platz stattfinden“, betonte er. Auch die HSV-Fußballschule veranstalte seit Jahren ihre Trainingscamps auf dem Platz am Harper Weg. Am kommenden Wochenende ist es wieder so weit. Und mit dem Sommerferienbeginn finden die Ferienspiele für die Arendseer Grundschüler hier statt. Für drei Wochen sind die Kinder da, können die Sanitäranlagen und den Aufenthaltsraum nutzen, kicken, in den nahen Wald oder zum Strand starten. Dafür zahle die Stadt einen Obolus. Ansonsten finanziere der Verein die Platzunterhaltung allein.

Förderchance entdeckt

Zurück zum Sanierungsprojekt: Als er im Februar dieses Jahres die Förderchance entdeckte, die sich durch ein Programm von Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht speziell zur Sportstättenförderung im Land ergab, habe er sofort alle Hebel in Bewegung gesetzt, um da ranzukommen.

„Eine Vorbedingung war, dass die Stadt ihren Pachtvertrag mit uns verlängert“, sagte er. „Das ist per Stadtratsbeschluss passiert: Bis zum Jahr 2034 ist die Bindung fixiert“, so Retzlaff. Das sei ein positives Signal von der Stadt. Im März hatte Retzlaff dann den Förderantrag abgeschickt. „Dafür war ein Heidenaufwand nötig, und das innerhalb äußerst kurzer Zeit“, erinnert er sich.

Stadtrat hat unterstützt

Er habe alle notwendigen Arbeiten aufführen, für alle Gewerke jeweils drei Angebote einholen und dann den Bedarf kalkulieren müssen. Dabei habe ihn der Sozialausschuss, insbesondere dessen Vorsitzender, Stadtrat Thomas Schlicke, unterstützt. „Wenn wir diese Maßnahme realisiert haben, sind wir als Verein ein ganzes Stück weiter vorangekommen“, schätzte der Vorsitzende ein.

Der Verein hat derzeit 150 Mitglieder, davon sind knapp die Hälfte Kinder. Die spielen in der B- (14/15 Jahre), C- (12/13 Jahre) und E-Jugend (9-11 Jahre). „Wir könnten noch mehr Mannschaften aufmachen, so groß ist der Andrang“, so Retzlaff. „Allein: Es fehlt uns an Trainern“, sagte er bedauernd. Die C-Jugend spiele künftig sogar in der Landesliga. Die Männermannschaft in der Kreisliga.