Zierau l Fürsorglich streichelt Malte Rickert am Montagnachmittag seine Schafe. Wo vor einigen Tagen noch zwölf Lämmer und fünf Muttertiere standen ist Leere eingekehrt. „Ich habe am Sonnabendmorgen schon von Weitem gesehen, dass etwas nicht stimmt“, sagt Rickert während eines Vor-Ort-Termins. Als er zusammen mit seinem Sohn an der Weide ankam, stellte er fest, dass elf Lämmer und zwei Muttertiere über Nacht gestohlen wurden. „Die Diebe haben zuerst die Kabel aus dem Stromverteiler gerissen und den Zaun demoliert, um danach ein Schaf nach dem anderen von der Weide zu nehmen“, ist sich der gelernte Landwirt sicher.

Er schätzt, dass die Tat geplant war. „Die Diebe kommen mit Sicherheit aus der Region und haben die Schafe auf der Weide rumlaufen gesehen“, so der 37-Jährige, der seit 2012 zusammen mit seiner Familie in Zierau Schafe hält. „Besonders traurig war meine Tochter Lea. Sie war zwei Jahre alt, als ich mir mein erstes Schaf kaufte. Wir haben es darum auch ‚Kleene‘ genannt“, erklärt Malte Rickert.

Tochter hat geweint

Seine Tochter sei daher mit dem Schaf aufgewachsen und freute sich stets, wenn sie zur Weide fuhren. Besonders dann, wenn die Schafe Nachwuchs hatten. „Als sie davon erfahren hat, war sie nur am Weinen, da ‚Kleene‘ ihr Ein und Alles war“, betont Rickert, der einerseits sauer ist, andererseits aber auch traurig über diese Tat.

Dass der Diebstahl gefühlsmäßig nicht nur der Familie nahegeht, wird am Montag deutlich. Die verbliebenen Schafe sind seit der Tatnacht verängstigt. „Das kannte ich vorher von ihnen nicht. Es könnte aber auch daran liegen, dass die Diebe das Leitschaf gestohlen haben“, erklärt Malte Rickert das Verhalten seiner Tiere.

Nutztierhalter warnen

Er überlege nach der Tat wirklich, ob er weiterhin Schafe halten möchte. „Was passiert denn im nächsten Jahr? Kommen dann wieder irgendwelche Leute, die die Schafe klauen oder was?“, sagt Malte Rickert sauer. An die Öffentlichkeit gehe er, um andere Nutztierbesitzer vor solchen Dieben zu warnen und davor, dass sie anscheinend gerade in der Region unterwegs sind.

Hoffnung, dass er die Schafe irgendwann wiedersehe, habe er nicht. „Sie wurden sicherlich von illegalen Tierhändlern geklaut.“

„Bei solchen Angelegenheiten ist es immer schwierig, da die Tiere oft gleich weiterverkauft werden“, sagte Polizeikommissar Heyer im Revierkommissariat des Altmarkkreises in Salzwedel. Die Kriminalpolizei ermittelt in diesem Fall.